


JUNG, DYNAMISCH, ARBEITSLOS - WENN DER BERUFSEINSTIEG ZUM HÜRDENLAUF WIRD
JEUNE, DYNAMIQUE, SANS EMPLOI
Monatelanges Bewerbungen schreiben und das bange Warten auf eine Antwort, das Jonglieren zwischen mehreren Jobs, um sich irgendwie über Wasser zu halten, die Sorge, wie man die nächste Miete zahlen soll...wer zu den Pechvögeln gehört, die mitten in Krisenzeiten ihr Studium beendet haben, dem werden diese Probleme bekannt vorkommen.
Passer des mois à envoyer des candidatures, l’inquiétude en attendant une réponse, jongler entre plusieurs boulots pour garder la tête hors de l’eau sans parler du souci de ne pas savoir comment payer le prochain loyer… Les malchanceux qui ont terminé leurs études en pleine période de crise, connaîtront bien ces problèmes.
Gerade das erste Jahr nach dem Abschluss ist für viele Hochschulabsolventen zu einem einzigen Hürdenlauf geworden: Der erste Besuch beim Arbeitsamt, die immer gleichen unpersönlichen Stellenabsagen, inakzeptable Praktikumsangebote und dann auch noch das besorgte Nachfragen der Eltern, die die Welt nicht mehr verstehen. Dem Jubel über den Hochschulabschluss folgt meist eine von Frust und Unmut geprägte Zeit, in der junge Menschen einen langen Atem beweisen müssen.
Den einzigen Trost bringt oft der Blick in den Freundeskreis. Da ist die viersprachige Romanistin, die jedes Wochenende Kaffee und Kuchen serviert, der Wirtschaftswissenschaftler, der sich mit Kurzarbeit über Wasser hält, die Kulturwissenschaftlerin, die täglich Babysitten geht und die Politologin, die sich als Messe-Hostess die Beine in den Bauch steht. Erleichtert stellt man fest, dass man mit dem Schicksal, trotz Diplom, weiterhin die gleichen Jobs wie zu Studienzeiten machen zu müssen, nicht alleine dasteht. „Was haben wir falsch gemacht, um von der Uni in ein derartiges Schlamassel zu geraten?“ fragen sich viele junge Akademiker. Doch so tröstlich die Gespräche über das Gefühl der Ungerechtigkeit auch sind, sie enden doch immer mit der gleichen einstimmigen Feststellung: Irgendwas läuft hier schief!
In Frankreich veröffentlichte der Verein zur Vereinfachung der beruflichen Eingliederung junger Hochschulabsolventen AFIJ (Association pour faciliter l’insertion des jeunes) kürzlich die Ergebnisse seiner alljährlichen Umfrage zur Situation der Absolventen, ein Jahr nach ihrem Abschluss. Von den 7000 Befragten, die 2009 die Uni verließen, sind 45 % arbeitslos. Von den 55 %, die eine Arbeit finden konnten, haben immerhin 72 % eine Festanstellung (unbefristeter oder auf mindestens 6 Monate befristeter Vertrag). Doch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu behandeln, denn Job ist nicht gleich Job! Fast die Hälfte der berufstätigen Absolventen gab an, dass ihre aktuelle Tätigkeit nicht ihren beruflichen Vorstellungen und Zielen entspricht.
In Deutschland wird derzeit euphorisch der wirtschaftliche Aufschwung nach der Krise gefeiert. In der Absolventengeneration der vergangenen Jahre ist von diesem Aufschwung bisher jedoch wenig angekommen. Aktuelle Umfrageergebnisse zum beruflichen Einstieg der Absolventen aus den Jahren 2008 und 2009 liegen zwar noch nicht vor, doch laut Bundesanstalt für Arbeit ist die Zahl der arbeitslosen Hochschulabsolventen im vergangenen Jahr um 11,3 Prozent gestiegen.
Ausgerechnet für die ohnehin schon gebeutelte Generation Praktikum mit ihren blank polierten Lebensläufen ist der Weg zu finanzieller Unabhängigkeit, beruflicher Anerkennung und sozialer Sicherheit heute weitaus steiniger und länger als früher. Praktika, Auslandserfahrung, Fremdsprachenkenntnisse, Flexibilität und Mobilität – von all dem war kaum die Rede, als die Eltern der heute 25 bis 30-jährigen auf dem Arbeitsmarkt ankamen. Der Elterngeneration, die zur Zeit des Wohlstands der 70er und 80er Jahre ins Berufsleben startete, zu erklären, dass die Zeiten der unbefristeten Arbeitsverträge und jahrelangen Karrieren im gleichen Unternehmen der Vergangenheit angehören, ist keine leichte Aufgabe. Während diese in unserem Alter vielleicht schon den ersten Stein fürs Eigenheim setzten oder über Familienplanung nachdachten, wissen manche junge Akademiker heute nicht, wovon sie in den nächsten Monaten leben sollen.
Prekär leben ist für viele junge Menschen in Deutschland und Frankreich zur Normalität geworden. Der Begriff „Generation prekär“ hat in Deutschland die „Generation Praktikum“ abgelöst und in Frankreich ist sogar von einer „génération sacrifiée“ (aufgegebene Generation) die Rede. Doch was heißt es eigentlich, prekär zu leben? Der französische Soziologe Pierre Bourdieu erklärt das Phänomen wie folgt: „Prekarität hat bei dem, der sie erleidet, tief greifende Auswirkungen. Indem sie die Zukunft überhaupt im Ungewissen lässt, verwehrt sie den Betroffenen gleichzeitig jede rationale Vorwegnahme der Zukunft und vor allem jenes Mindestmaß an Hoffnung und Glauben an die Zukunft, das für eine vor allem kollektive Auflehnung gegen eine noch so unerträgliche Gegenwart notwendig ist.“
Ist die Lage für die jungen Akademiker wirklich so aussichtslos? Die erfolgreichen Proteste gegen den CPE (Vertrag, der in Frankreich eine zweijährige Probezeit für Berufsanfänger unter 26 Jahren vorsieht) im Jahr 2006 haben gezeigt, dass gerade junge Menschen, trotz aller Unsicherheit und Zukunftsängste, noch genügend Energie zum Protest aufbringen können.
Natürlich erleben nicht alle deutschen und französischen Akademiker diesen radikalen Sprung vom Hörsaal in die Armut und von einer ganzen Generation zu sprechen, die von Zukunftsängsten zerfressen ist, erscheint wenig realistisch. Der Vergleich mit anderen europäischen Staaten wie Spanien oder Griechenland, zeigt zudem, dass wir auf ziemlich hohem Niveau jammern. In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 41 %, davon sind laut Statistiken 25 % junge Akademiker. Was die „generación cero“ / Generation Null (Null Jobaussichten) für Spanien ist, ist die „Generation 700“ (benannt nach dem Mindestlohn von 700 €) in Griechenland. Dort denken laut einer aktuellen Umfrage 70 % der jungen Akademiker im Alter zwischen 22 und 35 Jahren über eine Auswanderung nach.
Keine Frage, die Realität nach dem Studium ist für die meisten deutschen und französischen Uni-Absolventen mehr als ernüchternd. Neben der Suche nach einem akzeptablen Arbeitsplatz müssen sie außerdem einen Weg finden, mit den gesellschaftlichen Erwartungen umzugehen: sie sollen Leistungsträger einer alternden Gesellschaft sein, gleichzeitig an die eigene Altersvorsorge denken, Studienkredite abzahlen und bitte auch noch die Geburtenraten stabil halten. Wer sich den verschiedenen Generationen-Stempeln nicht beugen will, sollte also neben einer gesunden Portion Optimismus und Durchhaltevermögen vor allem großes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten mitbringen.
La première année après les études est souvent un véritable parcours du combattant: première visite au Pôle-emploi, réponses négatives standardisées, offres de stage inacceptables, et en plus, les questions angoissées des parents qui ne comprennent plus rien. Suite à la courte joie de l’obtention du diplôme, beaucoup de jeunes issus de l’enseignement supérieur doivent surmonter une longue période de frustration et de grogne qui leur demande beaucoup de patience.
La seule consolation reste souvent l’échange avec les amis : on y trouve la linguiste maîtrisant quatre langues, qui passe tous ses week-ends à servir du café, l’économiste qui s’en sort grâce à des missions d’intérim, l’experte en sciences de la culture qui fait du babysitting tous les soirs et la politologue occasionnellement hôtesse d’accueil. Soudainement soulagé, on constate que sa situation est semblable à celle des autres ; on continue à faire les mêmes petits boulots qu’à l’époque des études. « Quelle erreur a-t-on bien pu faire pour se retrouver dans un tel embarras après l’université ?» C’est une question qui bouleverse bon nombre de jeunes diplômés. Certes, parler de cette sensation d’injustice avec les amis concernés soulage, mais ces conversations débouchent toujours sur le même constat unanime: quelque chose ne tourne pas rond!
En France, l’AFIJ (Association pour Faciliter l’Insertion des Jeunes) a récemment publié les résultats de son enquête annuelle sur la situation des jeunes diplômés, un an après la fin de leurs études. Parmi les 7000 personnes sondées ayant quitté l’université en 2009, 45 % se retrouvent sans emploi. Par contre, parmi les 55% ayant trouvé un poste, la proportion d’emplois stables (CDI ou CDD/CDT de 6 mois) atteint les 72%. Mais ces chiffres sont sujets à caution. En effet il faut nuancer ce résultat au regard de la nature de l’emploi obtenu: la moitié des jeunes diplômés embauchés a indiqué avoir trouvé un emploi qui n’est pas en adéquation avec leur projet professionnel.
En Allemagne, on se félicite actuellement de la reprise de l’économie après la crise. Mais pour l’instant, les jeunes diplômés de ces deux dernières années ne sont guère touchés par ce boom. Les résultats des enquêtes actuelles sur l’insertion professionnelle des diplômés des années 2008 et 2009 ne sont pas encore publiés, mais selon les rapports de l’office fédéral pour le travail (Bundesanstalt für Arbeit) le taux des jeunes diplômés sans emploi a augmenté de 11,3 % au cours de l’année 2009.
Le challenge du marché du travail est d’autant plus difficile pour ceux qui ont déjà sacrifié une bonne partie de leur vie d’étudiant à de nombreux stages. Munis de CV soignés et brillants, le chemin vers l’indépendance financière, la reconnaissance professionnelle et la sécurité sociale est aujourd’hui semé d’embûches et bien plus long que par le passé. Expériences à l’étranger, connaissances en langues étrangères, flexibilité et mobilité – ces aspects rentraient moins en jeu lorsque la génération des parents des jeunes diplômés arrivait sur le marché du travail. Expliquer à cette génération, dont les carrières ont commencé dans la période de prospérité des années 70 et 80, que le temps des contrats à durée indéterminée et des carrières de plusieurs années dans la même entreprise est derrière nous, n’est pas une mince affaire. Pendant que nos parents commençaient à construire leur maison ou à fonder une famille à notre âge, des soucis existentiels hantent la plupart des jeunes diplômés d’aujourd’hui. Certains ne savent parfois pas de quoi ils vivront le mois prochain.
Pour beaucoup de jeunes en France et en Allemagne, la précarité est devenue une normalité. La notion de « génération précaire » a remplacé celle de la «Generation Praktikum» (génération de stagiaires) en Allemagne tandis qu’en France certains parlent même d’une « génération sacrifiée ». Mais que signifie « vivre dans la précarité » ? Voici l’explication du sociologue français Pierre Bourdieu : « la précarité affecte profondément celui ou celle qui la subit; en rendant tout l'avenir incertain, elle interdit toute anticipation rationnelle et, en particulier, ce minimum de croyance et d'espérance en l'avenir qu'il faut avoir pour se révolter, surtout collectivement, contre le présent, même le plus intolérable. »
Mais la situation est-elle vraiment aussi désespérée pour les jeunes diplômés? Les protestations contre le CPE (Contrat Première Embauche envisageant une période d’essai de 2 ans pour les moins de 26 ans) en 2006 en France ont démontré que les jeunes concernés disposent, malgré toutes les incertitudes et la peur de l’avenir, d’assez d’énergie pour contester.
Bien entendu, le saut de la fac vers la précarité ne concerne pas tous les étudiants qui quittent les universités françaises ou allemandes, et parler d’une entière génération se rongeant les sangs lorsqu’elle pense à l’avenir semble peu réaliste. En outre, la comparaison avec d’autres Etats européens comme l’Espagne ou la Grèce fait relativiser tout pronostic sinistre pour les jeunes français et allemands: en Espagne, le chômage des jeunes atteint les 41 %, dont 25 % sont diplômés. Ce qui est la « generación cero » (zéro perspective d’emploi) pour l’Espagne, est la « génération 700 » (nommée selon le salaire minimum de 700 €) pour la Grèce. Selon un sondage actuel, environ 70 % des jeunes diplômés grecs entre 22 et 35 ans pensent même à quitter le pays.
Sans aucun doute, la période après les études est plus que décourageante pour la plupart des jeunes diplômés. Parallèlement à leur recherche d’un travail acceptable, ils doivent gérer les attentes de la société: être des acteurs clefs dans une société vieillissante, penser à assurer leur future retraite, rembourser les crédits étudiants et garder stable le taux de natalité. Ceux qui ne veulent pas se plier aux différents « marqueurs des générations » doivent donc faire preuve d’une bonne dose d’optimisme, d’une énorme persévérance et surtout d’une grande confiance en ses propres capacités.
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