


AMORS PFEIL KENNT KEINE GRENZEN
LA FLÈCHE DE CUPIDON NE CONNAÎT PAS DE FRONTIÈRES
In den Medien ist immer wieder die Rede vom politischen„deutsch-französischen Paar". Aufmerksam verfolgen wir die Rendezvous, Krisen, Annäherungsversuche und Liebeserklärungen von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy. Im wirklichen Leben gibt es sie jedoch tatsächlich, die deutsch-französische Liebe. Vier Paare berichten von ihren Erfahrungen im deutsch-französischen Alltag.
Dans les médias, nous entendons souvent parler du couple politique franco-allemand et des crises, tentatives de séduction et déclarations d’amour de Nicolas Sarkozy et Angela Merkel. Mais dans la vraie vie, l’amour franco-allemand existe. Quatre couples nous ont raconté les avantages et les inconvénients de leur quotidien franco-allemand.
Natürlich ist die Turtelei zwischen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy eher diplomatischer als romantischer Natur. Die beiden ein Liebespaar? Unvorstellbar! Im wirklichen Leben gibt es sie jedoch tatsächlich, die deutsch-französische Liebe. Und die Chance, sich über die Grenzen des eigenen Landes hinaus zu verlieben, steigt mit der wachsenden Mobilität junger Menschen stetig. Doch kaum hat Amor seinen Pfeil über den Rhein fliegen lassen, steht die Liebe oft vor großen Entscheidungen, die viele Kompromisse verlangen.
Andere Sprache, andere Freunde...
Eva (ist Deutsche und lebt seit vielen Jahren mit ihrem Freund in Frankreich): Am Anfang war alles kompliziert. Selbst wenn man die Sprache des anderen sehr gut beherrscht, kann man sich noch lange nicht immer so frei ausdrücken, wie man es gerne möchte. Besonders kompliziert wird es, wenn man einen Abend mit den Freunden des Partners verbringt. Es hagelt Witze und Anekdoten von früher und irgendwann schaltet man ab, weil man einfach nicht mehr mitkommt. Jeder hat seine eigene kulturelle Vergangenheit, das macht die Sache nicht immer leicht.
Oliver (ist Deutscher und mit Carole zusammen. Nach mehreren gemeinsamen Jahren in Berlin, leben die beiden seit 2009 in Bordeaux): Neben der Entfernung zu Familie und Freunden, bereitet mir vor allem die Sprache oft Schwierigkeiten. Da mein Französisch noch nicht perfekt ist, fühl ich mich bei Abenden mit französischen Freunden oft wie ein Beobachter auf standby. Eine Rolle, die mir gar nicht gefällt, da ich eigentlich ein sehr kommunikativer Typ bin. Wenn ich mich dann am Gespräch beteilige, kommen meine Bemerkungen oft zu spät und die anderen sind schon längst bei einem anderen Thema angelangt. Ständig auf Französisch zu denken und zu sprechen kostest einfach unheimlich viel Energie. Daher bin ich dann leider oft der Spaßverderber, der als erstes ins Bett geht. Das kann ganz schön frustrierend sein.
Carole: Am Anfang habe ich mich immer sehr bemüht, meinen Freund mit einzubeziehen, ihm vieles zu erklären und ihm bei der Verständigung zu helfen. Nach einer Weile ist mir aber aufgefallen, dass zu viel Hilfe den anderen oft lächerlich dastehen lässt und erzwungene Integration einfach unnatürlich ist.
Ildiko (ist Deutsche und seit vier Jahren mit Camille zusammen. Seitdem pendeln die beiden zwischen Köln und Bordeaux. Sie verständigen sich meist auf Englisch): Das größte Problem ist, dass wir nicht die Muttersprache des anderen sprechen. Besonders auffällig wird das beim Streiten. Wir streiten uns auf Englisch, obwohl sich das auf Französisch viel besser anhört! Man wird schnell missverstanden, woraus dann wieder ein neuer Konflikt entstehen kann. Um die Sprachbarriere zu überwinden, haben wir beide einen Intensivkurs gemacht. Am Anfang haben wir kleine Zettel beschrieben und auf die jeweiligen Gegenstände geklebt, das hat aber leider nicht viel gebracht. Jetzt versuchen wir, jeden Tag, mit einem Buch zu üben.
Camille: Ich lese auf Deutsch, sie übersetzt auf Französisch und umgekehrt, das klappt sehr gut!
Ildiko: Leider sind meine Witze, wenn ich sie auf Französisch übersetze, gar nicht mehr lustig.
Der Alltag eines deutsch-französischen Paars - Forschungslabor für kulturelle Klischees...
Sébastien (ist Franzose, er lebt seit sechs Jahren mit Regine in Frankreich): Regine kann morgens so gut wie alles essen. Wie heißt noch gleich dieser rohe Brotaufstrich? Zwiebelmettwurst! Das schockiert mich bis heute!
Ildiko: Bei uns stapelt sich zum Frühstück tonnenweise Zucker auf dem Tisch. Und dann muss das Schokocroissant natürlich unbedingt noch in den ohnehin viel zu süßen Kakao getunkt werden!
Sébastien: Abgesehen von den Essgewohnheiten, gibt es eine Sache, die ich an meiner Freundin typisch Deutsch finde: Regine plant gerne alles im Voraus, sie ist immer super organisiert und liebt Listen. In Deutschland habe ich beobachtet, dass generell vieles geregelter abläuft.
Camille: Ich finde, in Deutschland wird mehr Bio gegessen und auf Mülltrennung geachtet – Dinge, die wir in Frankreich noch nicht automatisch machen.
Carole: Mir werden die Unterschiede vor allem bei der Arbeit bewusst. Oliver und ich machen Straßentheater und arbeiten gemeinsam an unseren Stücken. Er hat eine sehr genaue Vorstellung vom Arbeitsprozess, muss immer wissen, an welcher Stelle wir uns gerade befinden und wie es weitergeht. Während ich eher intuitiv arbeite und auch mal ein Projekt ins Wasser fallen lassen kann, wenn es einfach nicht die gewünschte Form annimmt, braucht Oliver immer ein konkretes Ziel vor Augen und will Angefangenes unbedingt zu Ende bringen. Die Deutschen arbeiten sehr strukturiert. Eine große Vorliebe für Listen hat er übrigens auch!
Oliver: Ich finde die vielen Verhaltensregeln in Frankreich ziemlich anstrengend. Als wir letztens eingeladen waren, wurde, wie sich das nun mal gehört, zunächst der Aperitif eingenommen. Nachdem mein winziges Gläschen geleert war, saß ich über eine halbe Stunde auf dem Trockenen. Sich einfach selbst zu bedienen, wäre nicht korrekt gewesen. Ich denke, in Deutschland kann man sich da mehr Direktheit erlauben, ohne gleich unhöflich zu wirken. Beim Essen haben wir dann eine weitere halbe Stunde hungrig auf unsere Vorspeise gestarrt und höflich auf den Startschuss des Gastgebers gewartet. Dieses strikte Einhalten von Etappen beim Essen kann ganz schön nerven.
Lustige Momente...
Camille: Ildiko lacht sich jedes Mal kaputt, wenn Franzosen die Namen von anglophonen Schauspielern oder Autoren „à la française“ aussprechen.
Carole: Olivers Art, Französisch zu sprechen ist ziemlich lustig. Als er letztens zu mir sagte „Arrête de pleuvoir“ (pleuvoir = regnen/pleurer = heulen), war an Weinen gar nicht mehr zu denken.
Oliver: Seitdem ich in Frankreich lebe, gerate ich dank meiner holprigen Französischkenntnisse immer wieder in witzige Situationen. Carole konnte sich vor Lachen kaum noch halten, als ich ihr von meinem ersten Besuch bei einem französischen Physiotherapeuten erzählt habe. Dieser hatte mich gebeten, mich in der Umkleide umzuziehen und ohne Schuhe in den Behandlungsraum zu kommen. Ich hingegen hatte verstanden, dass ich mich ausziehen und die Schuhe anlassen sollte. Als ich dann in Unterhose und Crocs mitten im Behandlungszimmer stand, und alle anderen Patienten von einem Moment auf den anderen mit ihren Übungen aufhörten, wusste ich, da liegt ein Missverständnis vor. Der Physiotherapeut hat sich natürlich totgelacht.
Die Schokoladenseiten der deutsch-französischen Liebe...
Camille: Wir haben oft verschiedene Ansichten, das kann sehr bereichernd sein. Jeden Tag mit einer anderen Kultur konfrontiert zu sein, wenn es auch oft nur um Kleinigkeiten geht, ist sicherlich ein Vorteil. Auf jeden Fall bringt das Schwung in den Alltag!
Sébastien: Mit einem Partner aus einem anderen Land zu leben, ist wie eine offene Tür zu einer anderen Kultur. Ohne, dass man es merkt, lernt man ständig Neues dazu, zum Beispiel über Film oder Literatur.
Carole: Trotz der vielen kleinen kulturellen Unterschiede ergänzen wir uns gut und lernen viel voneinander. Wenn wir es schaffen, die Unterschiede zu überwinden, kann ein schönes Gleichgewicht entstehen.
Ildiko: Ich bin sehr froh, die Chance zu haben und sogar gezwungen zu werden, eine so schöne Sprache zu lernen. Es ist aufregend, im Alltag neue Kleinigkeiten zu entdecken, die ich vorher noch nicht kannte, es bleibt also immer spannend!
Les flatteries entre Nicolas Sarkozy et Angela Merkel sont évidemment plutôt de nature diplomatique que romantique. Les deux, un vrai couple? Cette image dépasse tout ce qu’on pourrait imaginer. Mais dans la vraie vie, l’amour franco-allemand existe. Et les chances de trouver son prince charmant ou sa princesse charmante de l’autre côté du Rhin augmentent constamment avec la mobilité croissante des jeunes Européens. Mais une fois que la flèche de Cupidon a traversé la frontière, les amoureux sont souvent confrontés à des situations qui demandent des compromis.
Chacun sa langue, chacun ses amis...
Eva (est allemande. Elle vit depuis longtemps en France avec son copain): Au début, tout était plus compliqué. Même si je me débrouille très bien en français, je ne peux pas toujours exprimer mes émotions et idées comme je le voudrais. Les choses deviennent souvent compliquées lorsqu’on passe une soirée avec les amis de mon copain. Les blagues et anecdotes s’enchaînent et à un moment donné, je n’arrive plus à suivre. Puis je me déconnecte un peu. Chacun a ses références culturelles, ce n’est pas toujours évident.
Oliver (est en couple avec Carole. Après avoir vécu quelques années à Berlin, ils se sont installés à Bordeaux en 2009): D’abord, il y a l’éloignement de la famille et des amis qui est parfois un peu dur pour moi. Et puis mon français est encore assez rudimentaire. Pendant des soirées avec des amis français, je me sens parfois comme un spectateur en «standby». Et comme je suis quelqu’un de très communicatif, ce rôle ne me va pas du tout. Souvent mes remarques sont en décalage avec la discussion des autres. Penser et discuter constamment en français me demande énormément d’énergie. Du coup, je passe souvent pour le trouble-fête qui part au lit en premier, ça peut être très frustrant.
Carole: Au début, j’ai fait beaucoup d’efforts pour aider mon copain à s’intégrer. J’ai essayé de lui expliquer les éléments manquants et de l’aider à s’exprimer. Au fil du temps, je me suis rendu compte que trop d’efforts d’intégration de ma part peuvent vite l’infantiliser. Ça me semblait plutôt artificiel.
Ildiko (est allemande. Camille et elle sont ensemble depuis 4 ans, les deux communiquent en anglais et ont une relation à distance): Le fait de ne pas maîtriser la langue de l’autre a été un vrai frein pour nous au début. Et ça l’est toujours d’ailleurs, surtout quand on se dispute. Il y a beaucoup de malentendus linguistiques qui peuvent mener à des nouveaux conflits. Pour apprendre la langue de l’autre, nous avons suivi un cours intensif chacun. A une époque, j’ai même collé des Post-it avec les noms des objets marqués dessus partout dans mon appartement, mais ça n’a pas beaucoup aidé. Maintenant nous nous entraînons tous les jours avec un livre.
Camille: Je lis en allemand, elle traduit en français et inversement, c’est très efficace.
Ildiko: Malheureusement, quand je veux traduire mes blagues en français, elles ne sont plus drôles du tout.
La vie de couple franco-allemand – un véritable laboratoire de recherche sur les clichés culturels...
Sébastien (est français et vit avec sa copine Regine en France depuis six ans): Regine peut manger de tout dès le matin. Comment s’appelle encore ce pâté à base de viande crue? «Zwiebelmettwurst», ça me choque encore aujourd’hui!
Ildiko: Chez nous, le matin, des tonnes d’aliments sucrés s’empilent sur la table. Et puis le petit pain au chocolat doit absolument être trempé dans le chocolat chaud archi-sucré ...
Sébastien: A part les habitudes culinaires, j’ai observé que Regine aime bien planifier les choses, elle adore les listes. C’est typiquement allemand, non? En général, en Allemagne, tout me semble plus organisé.
Camille: Je trouve que vous mangez plus bio et recyclez plus - ce genre de choses que nous, français ne faisons pas encore automatiquement.
Carole: C’est surtout au travail que je me rends compte des différences culturelles. Nous faisons du théâtre de rue et travaillons ensemble sur la conception de nos pièces. Oliver a une idée très précise du processus de travail, il doit toujours savoir à quelle étape on se trouve et dans quel sens on va. Moi, j’ai une façon de travailler plus intuitive. Et si un projet ne prend pas la forme souhaitée, je peux aussi le laisser tomber sans regret. Oliver est tout le contraire. Il a besoin de suivre un objectif bien défini et doit absolument le poursuivre jusqu’au bout. Les Allemands travaillent de manière très structurée. Et d’ailleurs, il a aussi cette passion pour les listes.
Oliver: Il y a beaucoup de codes de politesse en France que je trouve assez fatigants. L’autre jour nous étions invités et évidemment nous avons commencé la soirée par un apéritif. Une fois que j’avais vidé mon minuscule verre, je me suis retrouvé à sec pendant une bonne demi-heure. Pour éviter de paraître indécent, je n’ai pas réclamé un autre verre. J’ai l’impression qu’en Allemagne, on peut être plus direct sans risquer de passer pour quelqu’un d’impoli. Arrivés complètement affamés à table, l’entrée posée devant nos yeux, nous avons encore passé une demi-heure à attendre poliment le feu vert de notre hôte. Ce respect rigide des différentes étapes d’un repas peut être assez énervant.
Drôles de moments...
Camille: Le fait que les Français prononcent «à la française» le nom des acteurs ou écrivains anglophones amuse beaucoup Ildiko.
Carole: La façon dont Oliver parle français me fait rire tous les jours. Lorsqu’une fois, il me disait «Arrête de pleuvoir», les larmes se sont vite transformées en sourire.
Oliver: Depuis que je vis en France, j’ai eu plein de moments cocasses liés à des malentendus linguistiques. Carole a éclaté de rire quand je lui ai raconté mon premier rendez-vous chez un kiné français. Celui-ci m’avait demandé de me changer dans la cabine et d’enlever mes chaussures avant de rentrer dans la salle. Moi, par contre, j’avais compris qu’il fallait se déshabiller et surtout garder les chaussures. Quand je suis arrivé dans la salle en caleçon et Crocs, tous les autres patients ont soudainement arrêté leurs exercices. J’ai vite compris qu’il y avait eu un malentendu. Le kiné était mort de rire bien évidemment.
Les atouts de l’amour franco-allemand...
Camille: Nous avons souvent une vision différente des choses, c'est très enrichissant. Puis le fait d’être quotidiennement au contact d'une culture différente, même si ça se résume à des petits détails, est un grand atout. Ça ajoute un peu de piment au quotidien!
Sébastien: Vivre avec un partenaire d’une autre origine, c’est comme une porte ouverte vers une autre culture. Sans me rendre compte, j’apprends plein de choses, sur la littérature ou le cinéma allemand par exemple.
Carole: Malgré toutes les petites différences liées à nos cultures, nous sommes très complémentaires. On peut apprendre beaucoup de choses l’un de l’autre. Si on arrive à surmonter les différences, ça peut créer un bel équilibre.
Ildiko: Je suis ravie d’avoir la possibilité – ou même d’être obligée – d’apprendre une si belle langue. Et au-delà de la langue, je découvre tous les jours de nouvelles petites choses. On ne s’ennuie jamais!
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