Tatü-Tata gegen pin-pon

Von pin-pon auf der Straße bis Kikeriki im Sport - Lautmalereien dringen stärker als man glaubt in die Alltagssprache ein. Obwohl diese als Laute gelten, die den Natur- oder spontan geäußerten Geräuschen ähneln, unterscheiden sie sich dennoch manchmal stark innerhalb verschiedener Sprachen.

Die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich zeigen sich schon bei dem Begriff selbst. Während man von Onomatopée (wörtlich: Wortschöpfung) und in Frankreich teilweise von Einwürfen spricht, verwendet man in Deutschland den sehr französisch klingenden Ausdruck „Onomatopoesie“ - oder den sehr bildhaften Begriff der „Lautmalerei“. Am deutlichsten sind die Unterschiede zwischen den Onomatopoesien in Frankreich und in Deutschland im Bereich der Tierlaute. So bellt der französische Hund mit „whaf whaf“, während er auf der anderen Seite des Rheins „ wau wau “ macht. Die französische Kuh, ob sie nun aus der Normandie oder aus dem Limousin stammt, macht immer „meuh“. In Deutschland steht hingegen fest: „Eine Kuh macht „muh“, viele Kühe machen Mühe.“ Und dann gibt es noch den Hahn, der, ungeachtet des französischen Nationalstolzes in Deutschland nicht „cocorico“, sondern „kikeriki“ macht. Welches Geräusch macht die Sirene? Lautmalereien werden häufig mit Comic-Strips oder auch der Kindersprache in Verbindung gebracht. Die kleinen Franzosen kennen das Lied „La tut-tut pouet-pouet, la voilà, la totomobile“ nur zu gut. Gerade in dem Bereich des Autos, in dem man glauben könnte, dass die Sirene des französischen Feuerwehrwagens genau das gleiche Geräusch macht wie in Deutschland, unterscheiden sich die jeweiligen Laute sehr stark. Daher wissen alle Franzosen, dass die Sirene „pin-pon“ macht. Doch in Deutschland macht das Feuerwehrauto eher „Tatü-Tata“, wie beispielsweise das Lied „MfG“ von den Fantastischen Vier zeigt. Ein linguistischer Abgrund zwischen den beiden Begriffen. Vorsicht bei Hatschi oder Atchoum Lautmalereien übermitteln also ein besonderes Geräusch und man könnte meinen, dass für Menschen die Äußerung von Naturlauten eher spontan erfolgt und nicht mit der Erziehung zusammenhängt. Dem ist jedoch nicht so: Das kleine Mädchen, dass in einem Berliner Park von einer Wespe gestochen wird, schreit „Aua“. Der kleine Junge, der in einer Straße von Bordeaux vom Fahrrad fällt, schreit jedoch “Aïe“. Und in Zeiten der Schweinegrippe ist es besser, auf beiden Seiten der Grenze um „Hatschi“ und „Atchoum“ einen großen Bogen zu machen. Folglich lässt sich erkennen, dass kulturelle Umstände dazu führen können, dass die Übersetzung einiger Lautmalereien ins Deutsche schwierig sein kann.



http://www.fplusd.org