


20 JAHRE DEUTSCH-FRANZÖSISCHES FERNSEHEN.
20 ANS DE TÉLÉVISION FRANCO-ALLEMANDE.
Zum Glück gibt es Arte
Heureusement qu'il y a Arte
Sowohl auf deutschen als auch auf französischen Bildschirmen kochen täglich Amateure um die Wette, werden Häuser umdekoriert, Bauern verkuppelt, Mütter getauscht und Menschen auf verlassenen Inseln ausgesetzt. Immer das gleiche Format, immer der gleiche Brei! Sich über das „böse Fernsehen“ zu beklagen ist einfach, aber seien wir doch mal ehrlich. Hin und wieder ertappt sich auch der Bildungsbürger dabei, wie er, natürlich nur um Abzuschalten, vor dem ein oder anderen Mainstream-Programm kleben bleibt. Während der Teufel auf der rechten Schulter flüstert:„Wie spannend, wie peinlich, wie kitschig-romantisch, da musst du dran bleiben!“ ermahnt der Engel von der Linken: „Bilde dich und sei neugierig, schalte um auf Arte!“ Glücklicherweise gab es in den letzten Wochen täglich einen Grund, auf den Engel zu hören, denn Arte feiert seit dem 2. Oktober seinen 20. Geburtstag und verwöhnte die Zuschauer mit einem hochkarätigen Jubiläumsprogramm. Eine gute Gelegenheit für einen Rückblick auf 20 Jahre deutsch-französische Fernsehgeschichte.
Tous les jours, sur les écrans de la télévision française et allemande, on peut admirer des amateurs de cuisine en compétition, des maisons redécorées, des agriculteurs à la recherche du grand amour, des mères de famille échangées et des personnes abandonnées sur des îles désertes. Même format, même n’importe quoi! Se plaindre de la « méchante et mauvaise télé » est facile, mais soyons honnêtes. De temps à autre, même le citoyen averti se retrouve, uniquement dans le but de se relaxer bien entendu, bouche bée devant une de ces émissions tendance et populaire. Lorsque le diable chuchote dans notre oreille droite: « c’est tellement passionnant et dénigrant, romantique et tape-à-l’œil, il ne faut surtout pas rater ça! », le petit ange exhorte du côté gauche: « cultive-toi, sois curieux, change de chaîne et regarde Arte! » Heureusement, au cours des dernières semaines, il y avait tous les jours une bonne raison pour suivre les conseils de l’ange. Depuis le 2 octobre, Arte fête son 20e anniversaire et offre aux spectateurs une programmation spéciale. Quelle bonne occasion de regarder en arrière et de retracer un peu l’histoire de la télévision franco-allemande.
Als die Ministerpräsidenten der „alten“ Bundesländer und der französische Kulturminister Jack Lang am Abend des 2. Oktobers 1990, also einen Tag vor der Wiedervereinigung, einen zwischenstaatlichen Vertrag unterschrieben, war die Geburtsstunde für Arte (Association Relative à la Télévision Européenne) eingeläutet. Bundeskanzler Helmut Kohl und Staatspräsident François Mitterrand verfolgten mit der Gründung eines europäischen Kulturkanals ein sowohl ambitioniertes als auch riskantes Projekt, das von beiden Seiten des Rheins aus mit Skepsis betrachtet wurde. Medien und Politik zu mischen, war nach den Erfahrungen der Nazi-Zeit ein mehr als heikles Unterfangen in Deutschland. Auf französischer Seite wühlte „die Vorstellung, dass die Deutschen über das Fernsehen bis ins Schlafzimmer vordrängen, unbewusste Erinnerungen auf,“ wie Jérôme Clément, Vizepräsident des Senders, kürzlich erklärte. Doch der Wille, der deutsch-französischen Freundschaft einen neuen Impuls zu geben und, so der Vertrag, „das Verständnis und die Annäherung zwischen den Völkern in Europa zu festigen“, war stärker als die Stimmen der Kritiker.
Im April 1991 erfolgte dann in Straßburg die offizielle Gründung des Kultursenders. Dies geschah in Form einer Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung (G.E.I.E: Groupement Européen d’Intérêt Economique), zusammengesetzt aus der französischen Fernsehgesellschaft La Sept und Arte Deutschland TV GmbH. Ein Jahr später ging Arte in beiden Ländern über Satellit und Kabel auf Sendung. Es dauerte jedoch bis 2007, bis das Programm in Deutschland und Frankreich rund um die Uhr ausgestrahlt wurde. Der französische Name des Senders wurde 1993 von La Sept in La Sept Arte und 2000 schließlich in Arte France umbenannt.
Bis heute wird Arte, Synonym für Bildung und anspruchsvolle Inhalte, immer wieder gerne als positive Alternative zu der vom stetigen Niveauverlust befallenen Fernsehlandschaft genannt. Doch so sehr die Qualität des Arte-Programms auch gelobt und geschätzt wird, vor allem die deutschen Quoten zeigen, dass nur die wenigsten Zuschauer bei stundenlangen Opern- oder Theaterübertragungen bis zum Ende durchhalten. Im Gegensatz zu Frankreich, wo immerhin 9 Millionen Menschen regelmäßig Arte schauen, kommt man in Deutschland auf nur 6 Millionen treue Zuschauer, was einem Marktanteil von einem Prozent entspricht. Doch in den letzten 20 Jahren hat sich einiges bewegt.
Heute gehen die Bestrebungen vor allem dahin, ein junges Publikum zu erreichen. Arte hat daher frühzeitig auf die digitale Revolution, die neuen Sehgewohnheiten der Zuschauer durch den Einfluss des Internets, kurzum, die grundlegende Veränderung der gesamten Medienlandschaft reagiert. Als eine der größten Innovationen der vergangenen Jahre gilt Arte+7. Vorbei sind die Zeiten des verzweifelten Zappens! Das Fernsehen à la carte ermöglicht eine gezielte Auswahl aus dem Programm der letzten Fernsehwoche und erspart uns somit den ewigen Engel-Teufel-Konflikt. Mit der neuen Web-Serie „Addicts“, die seit November online zu sehen ist, hat Arte sogar ein ganz neues Genre erschaffen. Drei Folgen der non-linear erzählten Serie werden pro Woche im Netz veröffentlicht. Der User kann in jeder Episode aus fünf Modulen wählen, sich die Geschichte wie ein Puzzle selbst zusammen legen und das Geschehen somit aus verschiedenen Perspektiven sehen. Aktuell bastelt man bei Arte an einer neuen Kreativplattform, daneben sind Kooperationen mit YouTube und Anwendungen für iPhone und iPad geplant. Eine Entwicklung die zeigt, dass man beim Wettlauf um die Quote als Verlierer dastehen und gleichzeitig ein Pionier sein kann, wenn es darum geht, die Möglichkeiten der neuen Medien voll auszuschöpfen und mit innovativen Ideen anzureichern.
So viel also zu den aktuellen Ambitionen des europäischen Kulturkanals. Doch da ein Jubiläum ja auch immer ein Anlass ist, Bilanz zu ziehen, werfen wir noch einen letzten Blick zurück in die Gründungsjahre. Was ist aus den Ambitionen Kohls und Mitterands geworden? Konnte das Fernsehen tatsächlich einen Beitrag zur Völkerverständigung innerhalb Europas leisten und hat die Vitaminspritze für die deutsch-französische Freundschaft die erwünschte Wirkung erzeugt? „Europa entdecken!“ lautet einer der wichtigsten Programmpunkte von Arte. Dies ermöglicht der Sender heute dank Sendungen wie Yourope, Zoom Europa oder der Blogger mehr denn je. Vorausgesetzt man ist neugierig, versteht sich! Dass Franzosen und Deutsche sich stärker miteinander verbunden fühlen, nur weil sie hin und wieder den gleichen Sender schauen, ist wohl kaum vorstellbar. Fakt ist jedoch, dass Arte das Produkt der gemeinsamen Arbeit von hunderten deutschen und französischen Mitarbeitern ist. „Durch den Unterschied zwischen Franzosen und Deutschen, die bei Arte arbeiten, entsteht ein Generator für Kreativität, weil jeder durch den Umgang mit einer anderen Kultur bereit ist, auch offener mit der eigenen umzugehen,“ wie Arte-Präsident Gottfried Langenstein erklärte. Was wir letztlich gucken, ist weniger deutsch-französisches Fernsehen, als Fernsehen für Europäer, gemacht von Deutschen und Franzosen.
Und wer jetzt trotz aller Jubiläumseuphorie und Lobreden rund um Arte dennoch den Fernseher einschaltet, um sich bei einer Reality-Show so richtig schön zu entspannen, dem sei vorher noch wärmstens die Karambolage-Folge zum 20-jährigen Bestehen des Senders (siehe Link) ans Herz gelegt.
Lorsque le 2 octobre 1990, à la veille de la réunification allemande, les ministres-présidents des Länder de la RFA et le Ministre français de la Culture Jack Lang signaient à Berlin un traité interétatique, la première pierre de la création d’Arte (Association Relative à la Télévision Européenne) était posée. Le Chancelier Kohl et le Président Mitterrand avaient, avec la création d’une chaîne culturelle à vocation européenne, un objectif aussi ambitieux que risqué qui attirait des regards sceptiques des deux côtés du Rhin. Après les expériences du Troisième Reich, mélanger médias et politique fut une entreprise plus que délicate en Allemagne. Outre-rhin, « l’idée que la télévision permettrait aux Allemands de pénétrer dans les chambres françaises, suscitait des souvenirs inconscients », comme l’expliqua récemment Jérôme Clément, vice-président de la chaîne. Mais l’envie de donner un nouvel élan à l’amitié franco-allemande et de « favoriser la compréhension et le rapprochement des peuples en Europe », comme l’établit le contrat, fut plus fort que les voix des critiques.
En avril 1991, Arte naquit à Strasbourg sous la forme d’un Groupement Européen d’Intérêt Economique (G.E.I.E.), composé par la société française de télévision La Sept et Arte Deutschland TV GmbH. Un an plus tard, les premières émissions furent diffusées simultanément dans les deux pays par satellite et par câble. Mais ce n’est que depuis 2007 que le programme est disponible 24h sur 24. Le nom français de la chaîne, La Sept, fut changé d’abord en 1993 en La Sept Arte et obtint son nom actuel, Arte France, en 2000.
Jusqu’à nos jours, Arte, synonyme de culture et de contenus de grande valeur, est souvent mentionnée comme alternative positive au paysage télévisuel contaminé par une constante perte de niveau. Certes, le programme est loué et apprécié, mais comme le montrent avant tout les chiffres allemands, peu de téléspectateurs tiennent le coup jusqu’à la fin de longues retransmissions d’opéras ou de pièces de théâtre. Contrairement à la France, où la chaîne se vante quand même de 9 millions de spectateurs réguliers, seulement 6 millions d’Allemands sont fidèles à Arte, ce qui équivaut à une part de marché de 1 %. Néanmoins, la chaîne a beaucoup évolué durant ces dernières années.
Aujourd’hui, les efforts visent principalement à atteindre un public plus jeune. Très tôt, Arte a réagi à la révolution digitale, au regard changé des téléspectateurs suite au nouvel impact d’Internet, autrement dit, au bouleversement fondamental du paysage médiatique de ces dernières années. Arte + 7, une vraie télévision à la carte, est l’une des dernières innovations majeures. Plus besoin de « zapper » désespérément pendant des heures! Cette fonction permet de revoir de nombreuses émissions de la semaine précédente et évite l’éternel conflit entre ange ou diable. Avec la nouvelle Web-série « Addicts », en ligne depuis le mois de novembre, Arte a même créé un nouveau genre. Chaque semaine, trois nouveaux épisodes de cette fiction non-linéaire sont mis en ligne. Dans chaque épisode l’internaute peut choisir entre 5 modules, composer l’histoire comme un puzzle et regarder la série sous différentes perspectives. Toujours orienté vers l’avenir, une plateforme créative, des coopérations avec YouTube et une application pour iPhone et iPad sont actuellement à l’ordre du jour. Arte n’est peut-être pas le leader de l’audimat, mais occupe une place de pionnier lorsqu’il s’agit d’utiliser les nouveaux médias tout en les enrichissant avec des idées novatrices.
Voilà les ambitions actuelles de la chaîne culturelle européenne. Et comme chaque jubilé est aussi une occasion de faire un bilan, jetons un dernier regard sur les débuts. Que sont devenues les ambitions de Kohl et Mitterrand? La télévision a-t-elle réellement pu favoriser la compréhension et le rapprochement des peuples en Europe? L’amitié franco-allemande a-t-elle été relancée grâce à Arte? « Découvrir l’Europe! » est un des points forts de la programmation d’Arte et avec des émissions comme Yourope, Zoom Europa ou Le blogeur, la chaîne invite plus que jamais à cette découverte. A supposer que nous soyons curieux évidemment! L’idée d’un véritable sentiment d’union entre Français et Allemands, déclenché par le simple fait qu’ils regardent la même chaîne de temps en temps, semble peu plausible. Néanmoins, Arte est le fruit d’une collaboration quotidienne d’une centaine d’employés allemands et français. Selon le président de la chaîne, Gottfried Langenstein, ce sont « les différences entre Allemands et Français qui travaillent chez Arte » qui font surgir de la créativité, car « le contact avec une autre culture aide à être plus ouvert envers la sienne ». Finalement, ce que nous regardons sur Arte n’est pas de la télé franco-allemande, mais de la télévision destinée aux Européens, fabriquée par des Allemands et des Français.
Et si malgré tout cet enthousiasme et toutes ces éloges autour d’Arte, vous avez maintenant envie d’allumer la télévision pour vous reposer devant un reality-show, faites confiance à l’ange et consacrez quelques minutes à l’épisode de Karambolage (voir lien) pour le 20e anniversaire de la chaîne.
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