Ewig lächelnde Straßenmusiker, Sonnenuntergänge an der Seine und küssende Pärchen, wohin das Auge blickt: Paris ist seit jeher eine beliebte Kulisse für Filme aller Art. Auch Woody Allen hat dieses Jahr mit Midnight in Paris (2011) ein weiteres Steinchen zum Pariser Filmmythos beigetragen. Aber warum zieht diese Stadt Regisseure so magisch an?

Musiciens de rue toujours souriants, couchers de soleil sur la Seine et couples qui s'embrassent à perte de vue : Paris a toujours été un des décors préférés pour tout genre de film. Cette année, c'est Woody Allen qui nourrit le mythe cinématographique de la capitale française avec Midnight in Paris (2011). Mais pourquoi cette ville exerce-t-elle un tel pouvoir d’attraction sur les réalisateurs ?

„Nicht noch ein Parisfilm!“, möchte man angesichts der van Gogh nachempfundenen Plakate des neuesten Woody Allen-Films stöhnen. Als sei diese wunderschöne Stadt nicht schon oft genug zur Kulisse allerlei Liebesdramen und Komödien gemacht worden, schickt sich nun auch der Altmeister des amerikanischen Kinos an, seinen neuesten Beziehungsklamauk vor den prächtigen Fassaden der französischen Hauptstadt zu inszenieren. Warum sollte man das ewige Geplänkel zwischen Mann und Frau auch nicht in Paris ansiedeln? Schließlich befinden wir uns doch in der Stadt der Liebe und damit, zumindest aus amerikanischer Perspektive, in der Wiege aller Beziehungskatastrophen! Es ist auch nicht das erste Mal, dass Woody Allen seine Schauspieler zwischen Eiffelturm und Sacré Cœur auflaufen lässt, denn es zog ihn schon für Die letzte Nacht des Boris Gruschenko (1975) und Alle sagen: I love you (1996) nach Paris. Aber diesmal hat Allen wohl ganze Sache machen wollen, die komplette Story in Paris angesiedelt und eine – allerdings recht amerikanische – Hommage an die schönste Stadt der Welt vorgelegt.

Ein Drahtseilakt zwischen romantischen Klischees und ironischer Parisdekonstruktion

Auf lustig beschwingte, mild lächelnde Weise erzählt Midnight in Paris die Geschichte des amerikanischen Touristen Gil, der eigentlich ein großer Romanschriftsteller werden will, es bislang aber nur zum Drehbuchautoren gebracht hat. Beim Parisurlaub schleift seine reiche Verlobte Inez ihn von einem teuren Innenausstatter zum nächsten, lässt keine Weinprobe aus und amüsiert sich mit ihren intellektuellen Freunden. Gil laboriert derweil an seiner Schreibblockade und sucht Inspiration bei nächtlichen Spaziergängen durch Paris. Was soweit ein relativ konventioneller Parisfilm sein könnte, bekommt einen gewissen Schwung durch Allens charmante Idee, Gil bei seinen Wanderungen auf die zu neuem Leben erwachten Künstler und Lebemänner der frühen Moderne treffen zu lassen. Beim Trinken und Diskutieren mit F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway und Salvador Dalí findet Gil die literarische Erleuchtung und in der schönen Adriana, der Geliebten Picassos, auch gleich die passende Muse. Angestachelt von Gertrude Stein, die sein literarisches Talent zu erkennen glaubt, arbeitet Gil tagsüber fieberhaft an seinem Roman, nur um schließlich festzustellen, dass seine Verlobte Inez eine Affäre mit einem Studienfreund angefangen hat und sich ihre Hochzeitspläne in Luft aufgelöst haben.

Wenig unglücklich über diese Entwicklungen entschließt Gil sich, in Paris sein Glück als Romanautor zu versuchen und findet in Gabrielle, einer hübschen Pariserin, eine neue Liebe. Mit der darf Gil dann beim Happy End, von literarischen Höhenflügen und romantischen Tête-à-têtes träumend, im Regen über den Pont Alexandre-III im schicken Pariser Westen spazieren. Und da wird dann auch schnell klar, warum Paris eine so beliebte Filmkulisse ist: Es gibt einfach kaum einen Ort, an dem man romantische Träumereien und künstlerische Ambitionen besser in Szene setzen könnte als in Paris. Schließlich sieht das Kaffeetrinken und Flanieren dort eben einfach besser aus und man kann noch dazu auf eine jahrhundertealte Tradition von Philosophie, Liebe und Poesie zurückgreifen. Die Zahl der Menschen, die sich auch im 21. Jahrhundert noch wünscht, ein Pariser Bohemienleben zu führen, von einem Café ins nächste zu driften und dabei die große Liebe zu suchen, wird nicht kleiner. Natürlich bemüht sich Allen in Midnight in Paris, eben diese Klischees zu dekonstruieren, wenn er Gil schließlich erkennen lässt, dass es doch klüger sei, in der Gegenwart zu leben und nicht immer dem wilden, künstlerischen Paris der 1920er Jahre nachzutrauern. Aber es ist nur eine halbherzige Dekonstruktion, die beim Happy End im Regen einem neuen romantischen Klischee Platz machen muss.

Hat Paris nicht auch andere Seiten? Und wer interessiert sich überhaupt für Berlin?

Dass Allens Parisbild etwas klischeehaft geraten ist, liegt dabei sicher nicht daran, dass er Amerikaner ist. Schließlich greifen französische Regisseure ebenfalls oft daneben, wenn sie Paris zur Kulisse ihrer Beziehungsdramen oder romantischen Komödien machen. So bleibt auch das Gesellschaftsporträt Paris (2008) des französischen Filmemachers Cédric Klapisch größtenteils in Klischees verfangen, wenn von einem herzkranken Tänzer, einem desillusionierten Gemüsehändler und einem Universitätsprofessor, der sich in seine junge Studentin verliebt, erzählt wird. Viel Neues lässt sich dabei nicht erkennen, aber wenn die Protagonisten ihre Diskurse über das Leben und die Liebe am Ufer der Seine führen, können viele Zuschauer wohl über die Mängel des Drehbuchs hinwegsehen. Dabei geht es doch auch anders: Der Episodenfilm Paris, je t'aime (2006) ist ein gutes Beispiel dafür, wie man Paris auch einmal interessanter darstellen kann. In kurzen, voneinander unabhängigen Szenen werden 18 der 20 Pariser Arrondissements von so unterschiedlichen Regisseuren wie Gurinder Chadha, Tom Tykwer oder Gus van Sant in ihrer jeweiligen Besonderheit in Szene gesetzt. Da konzentriert sich dann einmal nicht alles auf den Eiffelturm und Montmartre, sondern auch auf die Brachflächen und unansehnlichen Hochhäuser der oft stiefmütterlich behandelten Arrondissements im Nord- und Südosten von Paris.

Angesichts der repräsentativen Sandsteinbauten, pittoresken Brücken und Straßencafés, die immer noch die meisten Parisfilme beherrschen, mag man sich fragen, ob Berlin als Filmkulisse dem überhaupt etwas entgegen zu setzen habe. Natürlich lässt sich die deutsche Hauptstadt als perfekter Hintergrund für Weltkriegsdramen wie Der Untergang (2004) oder DDR-Filme wie Das Leben der Anderen (2006) gebrauchen. Und auch den alternativen Wende-Klassiker Herr Lehmann (2003) des deutschen Regisseurs Leander Haußmann sollte man unbedingt gesehen haben. Wer aber das moderne Gesicht der coolsten Stadt Europas kennen lernen will, kann momentan nur zwischen lustiger Kapitalismuskritik wie Die fetten Jahre sind vorbei (2004) oder langweiligen Romanzen à la Keinohrhasen (2007) wählen. Ein Film mit dem Titel Berlin, ich liebe dich existiert leider noch nicht, aber da das Paris, je t'aime-Format mittlerweile um New York erweitert und auf Shanghai ausgedehnt werden soll, wird sicher auch Berlin bald an die Reihe kommen. Denn die deutsche Hauptstadt hat mindestens ebenso viele spannende Seiten wie Paris Arrondissements. Und Beziehungskrisen müssen ja auch nicht immer vor polierten Pariser Sandsteinfassaden ausgetragen werden, oder?

« Assez de films sur Paris ! » Ainsi auraient pu réagir certains d'entre nous face aux affiches van goghiennes du nouveau film de Woody Allen. Comme si cette belle ville n'avait pas assez souvent servi de décor à de nombreux drames d'amour et comédies, le maître incontesté du cinéma américain a mis en scène son dernier film devant les magnifiques façades de la capitale française. Et pourquoi ne pas situer les éternelles querelles entre hommes et femmes à Paris ? Après tout, nous sommes dans la ville de l'amour et avec cela, au moins du point de vue américain, dans le berceau de toutes les catastrophes de couple ! Ce n'est pas la première fois que Woody Allen envoie ses acteurs se balader entre la tour Eiffel et le Sacré Cœur car il s'y était déjà rendu pour Guerre et Amour (1975) et Tout le monde dit I love you (1996). Mais cette fois-ci, Allen semble avoir voulu sortir le grand jeu puisqu'il a situé toute l'histoire à Paris et a ainsi rendu un très bel hommage, bien que quelque peu américain, à la plus belle ville du monde.

Numéro d'équilibriste entre clichés romantiques et déconstruction ironique de Paris

De façon comique et légère, toujours avec un sourire doux sur les lèvres, Midnight in Paris raconte l'histoire du touriste américain Gil qui voudrait être écrivain, mais qui n’a pas encore dépassé le stade de scénariste. Pendant des vacances à Paris, Inez, fiancée de Gil très aisée, traîne ce dernier d'un décorateur d'intérieur à l'autre, ne rate aucune dégustation de vin et s'amuse avec ses amis intellectuels. Quant à Gil, il tente de comprendre son blocage d’écrivain et cherche l'inspiration lors de promenades nocturnes à travers Paris. Ce qui pourrait être jusqu'ici un film assez conventionnel, prend un tournant particulier grâce à l'idée charmante qu’a Woody Allen de faire rencontrer à Gil, lors de ses balades, de grands artistes et bohémiens ressuscités du début du XXème siècle. Après avoir bu et discuté de longues heures avec F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway et Salvador Dalí, Gil découvre l'illumination littéraire et avec la belle Adriana, amante de Picasso, une nouvelle muse. Encouragé par Gertrude Stein, qui croit reconnaître son talent littéraire, Gil travaille fébrilement sur son roman, mais seulement pour se rendre compte que sa fiancée Inez a entretemps commencé une aventure avec un camarade d'université et que leurs projets de mariage se sont évanouis.

À peine perturbé par cette découverte, Gil décide de tenter sa chance à Paris en tant que romancier et trouve un nouvel amour en la personne de la jeune et belle Parisienne Gabrielle. Avec elle, lors du « happy end » sous la pluie, Gil se promène sur le Pont Alexandre-III dans l'Ouest parisien chic, rêvant de succès littéraires et de tête-à-têtes romantiques. Nous comprenons donc pourquoi Paris a tant de succès en décor cinématographique : il n’existe justement pas d'autre endroit où l’on pourrait mieux mettre en scène des rêveries romantiques et des ambitions artistiques. C'est simplement plus beau de boire un café ou de flâner à Paris qu'ailleurs. En plus, on peut toujours se référer à une histoire centenaire de philosophie, d'amour et de poésie. Même au XXIe siècle, le nombre de personnes rêvant de mener une vie bohémienne à Paris, d’errer d'un café à l'autre en cherchant le grand amour, ne diminue pas. Dans Midnight in Paris, Allen essaie justement de déconstruire ces clichés bien connus quand Gil comprend finalement qu'il serait beaucoup mieux de vivre dans le présent et de ne plus regretter le fou Paris artistique des années 1920. Mais ce n'est qu'une semi-déconstruction puisque le film n’échappe pas au traditionnel cliché romantique du « happy end » sous la pluie.

Paris n'a-t-il pas aussi d'autres côtés ? Et qui s'intéresse à Berlin ?

La représentation de Paris de Woody Allen un peu stéréotypée ne peut pas uniquement s’expliquer par le fait qu'il soit Américain. Après tout, même les réalisateurs français échouent souvent quand ils font de Paris le décor de leurs drames de couples et spectacles comiques. Ainsi le film Paris (2008) du réalisateur français Cédric Klapisch reste empêtré dans ses clichés quand il raconte l'histoire d'un danseur malade, d'un épicier désillusionné et d'un professeur d'université qui tombe amoureux d'une jeune étudiante. On n'y découvre pas beaucoup de nouveautés, mais s’il est vrai que lorsque les protagonistes tiennent leurs discours sur la vie et l'amour aux bords de la Seine, beaucoup de spectateurs semblent pouvoir oublier les fléaux d’un mauvais scénario. Il est cependant possible de faire autrement : le film à sketches Paris, je t'aime (2006) est un bon exemple d’une représentation de Paris plus intéressante. À travers des courts métrages indépendants, 18 des 20 arrondissements parisiens sont mis en scène dans toute leurs particularités par des réalisateurs aussi différents que Gurinder Chadha, Tom Tykwer ou bien Gus van Sant. On ne se concentre donc plus uniquement sur la tour Eiffel et Montmartre, mais aussi sur les friches et les immeubles moins prestigieux des arrondissements du Nord et du Sud-est parisien qui sont souvent négligés.

Face aux jolis bâtiments en pierre taillée, aux petits ponts pittoresques et aux cafés en terrasse qui dominent encore la plupart des films sur Paris, on peut se demander si Berlin pourrait un jour tenir tête à Paris en tant que décor cinématographique. Bien sûr, la capitale allemande fournit l'arrière-plan parfait pour des drames sur la Seconde Guerre mondiale comme Der Untergang (2004) ou sur la RDA tels que Das Leben der Anderen (2006). On devrait également avoir vu Herr Lehmann (2003) du réalisateur allemand Leander Haußmann, classique un peu décalé de la réunification allemande. Mais celui qui voudrait connaître le visage moderne de la ville la plus branchée d'Europe, n’a pour le moment le choix qu'entre une critique comique du capitalisme telle que Die fetten Jahre sind vorbei (2004) ou des comédies romantiques plutôt ennuyeuses comme Keinohrhasen (2007). Un film qui aurait pour titre Berlin, ich liebe dich n'existe pas encore, mais comme la série de Paris, je t'aime s'est déjà étendue à New York et devrait bientôt intégrer Shanghai, ce sera certainement bientôt le tour de Berlin. Car la capitale allemande recèle de coins au moins aussi intéressants que les arrondissements de Paris ! Il n’y a donc aucune raison pour que les universels problèmes de couple ne soient discutés que devant les jolies façades parisiennes !