Bouillon, Dessert oder doch lieber Frikassee? Wer sich in einer deutschen Küche umsieht, stößt schnell auf zahlreiche französische Eindringlinge. Aber nicht nur im Küchenvokabular wimmelt es nur so vor Gallizismen. Auch andere Bereiche der deutschen Sprache sind von den Franzosen nonchalant infiltriert worden. Kann der arme Germanismus da überhaupt noch mithalten?

Bouillon, Dessert ou plutôt Frikassee ? En jetant un coup d'œil sur la cuisine allemande, on découvre rapidement un grand nombre d'intrus français. Mais ce n'est pas seulement le vocabulaire culinaire qui fourmille de gallicismes. D'autres domaines de la langue allemande ont également été nonchalamment infiltrés par le français. Le pauvre germanisme pourra-t-il tenir tête au gallicisme ?

Dass die cuisine française das Sahnehäubchen auf der internationalen Küchentorte ist, wissen alle Nichtfranzosen spätestens seit Rotwein und Camembert 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden sind. Aber auch schon früher dämmerte es den meisten Deutschen, dass sie die Gerichte, die sie im Restaurant verspeisten, vor allem der Kochkunst ihrer Nachbarn zu verdanken hatten: Ein normales Menü („menu“) quillt nur so über vor französischen Lehnwörtern – und dafür muss man noch nicht einmal ein Michelin-besterntes Restaurant aufsuchen: Baguette, Biskuit („biscuit“) und Champignons kennt jeder und auch die Bechamelsoße, wie die sauce béchamel im Deutschen geschrieben wird, taucht häufig in Zusammenhang mit Kartoffeln und Co. auf. Bonbons, Brioche und Limonade sind vor allem bei Kindern beliebt, die Erwachsenen greifen lieber zu Champagner und Rosé. Wer allerdings die höheren Weihen der französischen Nouvelle Cuisine erhalten will, der muss schon schwierigere Verbkonstrukte wie blanchieren („blancher“), frittieren („frire“), pochieren („pocher“) und flambieren („flamber“) beherrschen. Aber die exquisite („exquis“) französische Küche hat uns nicht nur Baisers und Ratatouille beschert, sondern von Seiten der Belgier auch die weniger feinen Pommes frites.

Nicht nur in der Küche sind die Gallizismen auf dem Vormarsch

Dass angesichts dieser Übermacht französischer Wörter im Küchenvokabular auch der Gourmand und der Gourmet Einzug in die deutsche Sprache gehalten haben, überrascht kaum. Aber es muss nicht immer so kompliziert wie in der Küche sein: Viele Gallizismen sind mittlerweile im Deutschen so verbreitet, dass man sie zwar auf den ersten Blick entlarven kann, aber beim Sprechen nicht unbedingt darüber nachdenkt, woher Abo („abonnement“), Adresse und Cousine eigentlich kommen. Während manche der Lehnworte, wie Annonce, Trottoir oder Pirouette, noch ganz ihrem französischen Pendant gleichen, sind andere Begriffe - der einfacheren Schreibweise und Aussprache wegen - eingedeutscht worden: Zu diesen zählen beispielsweise Affäre („affaire“), Eklat („éclat“), Plüsch („peluche“) oder Parfüm („parfum“). Beim Aperitif („apéritif“) fehlt dann aber nur ein kleiner accent aigu. Bei Alltagsbegriffen wie Balkon („balcon“) oder Garage trifft der zwischensprachliche Wandel vor allem die nasalierte oder stumme französische Wortendung, die die Deutschen etwas unästhetisch und hart aussprechen. Aber es liegt schließlich in der Natur des Lehnwortes, dass es nicht nur einfach in eine andere Sprache übernommen, sondern auch lautlich und orthographisch verändert wird.

Das Französische scheint dabei eine der beliebtesten Fremdsprachen der Deutschen zu sein, liegen die Gallizismen doch nach den Latinismen auf dem zweiten Platz der Lehnwörter im Deutschen. Und sie machen sich nicht nur in der Küche zu schaffen! Auch der Militärjargon („jargon militaire“) ist von französischen Vokabeln nur so durchsetzt. Neben Armee („armée“), Kaserne („caserne“) und Bombardement stammen vor allem militärische Rangbezeichnungen wie Offizier („officier“), Leutnant („lieutenant“) und Kommandant („commandant“) aus dem Französischen. Andere schöne Begriffe wie z.B. das Füsilieren („fusiller“) sind allerdings im 21. Jh. weitestgehend außer Gebrauch. Aber die deutsch-französischen Beziehungen waren nicht immer so angespannt, wie es angesichts dieser Wortschatzbewegungen scheinen mag. Auch auf anderen, friedlicheren Gebieten haben die Deutschen von den Franzosen abgekupfert: So entstanden der Journalist („journaliste“), wahlweise im Reportage-Genre oder im Feuilleton tätig, der Ingenieur („ingénieur“) und auch der Kabarettist (abgeleitet von „cabaret“). Der Visagist („visagiste“) mit Puderquaste stammt ebenfalls aus Frankreich, aber beim Friseur sollte man lieber Vorsicht walten lassen. Der heißt nämlich im Französischen coiffeur und kann weit mehr als nur die Haare seiner Kunden locken, wie es eine wörtliche Übersetzung des französischen Verbs friser („locken, zwirbeln“) nahelegen könnte.

Scheingallizismen und faux-amis: Nicht alles ist französisch, was glänzt!

Im Falle eines Wortes, das französisch erscheint, es aber eigentlich nicht ist, sprechen Linguisten von einem Scheingallizismus. Dazu zählen auch die Gardine, die im Französischen rideau heißt, und die Raffinesse, die in Frankreich als raffinement daher kommt. Ähnliches gilt für das établissement, das im Französischen eine ganz normale Einrichtung oder Niederlassung bezeichnet, im Deutschen aber als Etablissement schnell zwielichtig wird. Überhaupt kommen viele Begriffe im Deutschen, die die vielfältigen Beziehungen zwischen Mann und Frau bezeichnen, aus dem Französischen: Das Dekolleté („décolleté“) der koketten („coquet“) Dame fällt jedem Charmeur sofort auf – ist er allerdings ein echter Kavalier (abgeleitet von „cavalerie“), dann weiß er ein elegantes Rendezvous („rendez-vous“) oder auch Tête-à-tête zu organisieren, dass dann hoffentlich zu einer Romanze („romance“) führt. Vor der Femme fatale sollte man sicher aber lieber in Acht nehmen. Hier wird allerdings auch schnell klar, dass viele der französischen Lehnwörter einem sehr gehobenen und teils veralteten Sprachregister angehören, das man heutzutage nur noch in Romanen des 19. Jahrhunderts nachlesen kann. Überhaupt verleihen viele französische Lehnwörter dem, der sie gebraucht, schnell eine intellektuelle Aura. Nicht zuletzt deshalb spicken deutsche Freunde der gehobenen Konversation ihre Reden gerne mit französischen Versatzstücken wie par excellence, en gros oder en détail.

Dagegen kann der Germanismus im Französischen kaum ankommen. Schließlich steht er auf der Lehnwörterliste des Französischen nur an neunter Stelle und ist eher für einige kleine Anekdoten gut, die sich ebenfalls im Küchen- und Militärmilieu abspielen: So kennt man in Frankreich zum Beispiel den deutschen schnaps und speck und hat sich nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Wort ersatz für alle möglichen Kaffee- und Buttersubstitute angefreundet. Auch das französische Wort trinquer („anstoßen“) kommt vom deutschen Verb trinken, das sich bis in das altertümliche dringuelle („Trinkgeld“) zurückverfolgen lässt. Der bekannteste Germanismus im Französischen ist aber wohl das vasistas („Klappfenster, Oberlicht“). Wie es diese Verballhornung von was ist das? in die französische Hochsprache schaffte, ist nicht genau belegt. Aber allgemein wird von Linguisten angenommen, dass französische Soldaten, die während der napoleonischen Kriege durch Deutschland zogen, ihren verängstigen Gastgebern angesichts der seltsamen Fensterchen genau diese Frage stellten. Vielleicht waren die deutschen Soldaten auf dem Gegenfeldzug beim Anblick der ihnen unbekannten Vorrichtungen in französischen Badezimmern ja ebenso überrascht. Die deutsche Sprache kann es ihnen nur danken, denn Bidet, Pissoir und Toilette sind schon rein lautlich ästhetischer als das deutsche Klo.

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Depuis que le vin rouge et le camembert ont été inscrits au patrimoine culturel de l'UNESCO en 2010, même les étrangers se rendent compte que la cuisine française est une des meilleures au monde. Mais la plupart des Allemands se doutaient déjà bien avant qu'ils devaient une grande partie des plats qu'ils mangeaient au Restaurant aux talents culinaires de leurs voisins. En effet, un Menü (« menu ») normal déborde de mots empruntés au français et il n’est pas nécessaire d’aller dans un restaurant étoilé par le Guide Michelin pour s’en rendre compte : nous connaissons tous das Baguette, den Biskuit (« biscuit ») et die Champignons et la sauce béchamel, qui s'écrit Bechamelsoße en allemand, et qui se mange souvent en accompagnement avec des pommes de terre en Allemagne. Les enfants aiment avant tout die Bonbons, die Brioche et die Limonade, tandis que les adultes ont recours au Champagner et au Rosé. Les cuisiniers qui veulent obtenir les ordres majeurs de la Nouvelle Cuisine, doivent maîtriser des verbes très compliqués comme blanchieren (« blanchir »), frittieren (« frire »), pochieren (« pocher ») ou encore flambieren (« flamber »). Mais la cuisine française, que les Allemands appellent souvent exquisit (« exquis »), ne nous a pas seulement donné das Baiser et das Ratatouille, mais aussi du côté des Belges, un peu moins élégants, die Pommes frites.

Les gallicismes sont en avance – et pas seulement dans la cuisine!

Face à cette suprématie française dans le vocabulaire culinaire, il est peu étonnant que der Gourmand et der Gourmet aient également fait leur entrée dans la langue allemande. Mais ce n'est pas toujours aussi compliqué qu’en cuisine. Beaucoup de gallicismes sont désormais d'usage courant en allemand et même si on peut encore les reconnaître à première vue, on a tendance à ne plus réfléchir à l'origine de mots comme das Abo (« abonnement »), die Adresse et die Cousine. Tandis que plusieurs mots d'emprunt, comme die Annonce, das Trottoir ou die Pirouette, ressemblent encore à leur pendant français, d'autres termes ont été germanisés pour en simplifier l'orthographe et la prononciation: parmi ceux-là ont peut nommer die Affäre (« affaire »), der Eklat (« éclat »), der Plüsch (« péluche ») ou das Parfüm (« parfum »). Der Aperitif (« apéritif ») par contre ne manque qu'un petit accent aigu. Quand il s'agit de mots quotidiens comme der Balkon (« balcon ») ou die Garage, la transformation linguistique affecte souvent la désinence nasale ou muette en français qui est prononcée d'une manière peu esthétique et dure en allemand. Car un mot d’emprunt n’est pas seulement adopté par une autre langue, il est aussi transformé sur un plan phonétique et orthographique.

Le français semble être une des langues étrangères préférées des Allemands, puisque les gallicismes occupent la deuxième place sur la liste des mots d'emprunt en allemand, après les latinismes. Ainsi le Militärjargon (« jargon militaire ») regorge également de termes français. À part die Armee (« l'armée »), die Kaserne (« caserne ») et das Bombardement, ce sont avant tout les rangs militaires comme der Offizier (« officier »), der Leutnant (« lieutenant ») et der Kommandant (« commandant ») qui viennent du français. D'autres beaux termes comme füsilieren (« fusiller ») ne sont plus d’usage au XXIe siècle. Mais les relations franco-allemandes n'ont pas toujours été aussi belliqueuses, contrairement à ce que laissent paraître ces mouvements linguistiques. Dans d'autres domaines plus paisibles, les Allemands ont également emprunté des termes aux Français: ainsi sont nés der Journalist (« journaliste »), qui écrit des Reportagen ou bien pour le Feuilleton, der Ingenieur (« ingénieur ») ou encore der Kabarettist (dérivé de « cabaret », signifie « chansonnier »). Der Visagist (« visagiste ») avec sa houppette à poudre vient également de France. Mais en ce qui concerne der Friseur, il vaudrait mieux être prudent. Car ce dernier s'appelle coiffeur en français et il sait faire bien plus que seulement friser les cheveux de ses clients, contrairement à ce que la traduction littérale du verbe français pourrait faire croire.

Faux gallicismes et faux-amis: tout ce qui brille n'est pas français!

Quand il s'agit d'un mot qui paraît français, mais ne l'est pas vraiment, les linguistes parlent d'un « faux gallicisme ». Parmi ces derniers comptent die Gardine qui s'appelle rideau en français, et die Raffinesse que nous rencontrons en guise de raffinement en France. Cela est également le cas de l'établissement qui peut-être une installation toute normale en français, tandis que la version allemande, das Etablissement, désigne un endroit plutôt louche. En fait, beaucoup de mots allemands qui caractérisent les relations diverses entre hommes et femmes, sont d'origine française: chaque Charmeur remarque tout de suite das Dekolleté (« décolleté ») de la jeune femme très kokett (« coquet »), mais s'il est un vrai Kavalier (dérivé de « cavalerie », signifie « gentleman »), il saura organiser un Rendezvous (« rendez-vous ») galant ou bien un Tête-à-tête qui mènera, espérons-le, bientôt à une Romanze (« romance »). En revanche, il vaudrait mieux se méfier de la Femme fatale. Surtout dans ce contexte, il est évident que beaucoup de mots d'emprunt français appartiennent à un registre linguistique très soutenu et en partie désuet qu'on ne retrouve aujourd'hui plus que dans les romans du XIXe siècle. En général, la plupart des mots d'emprunt français donnent un air intellectuel à celui qui les emploie. Par conséquent, les adeptes allemands de la conversation soutenue aiment souvent truffer leurs discours avec des fragments français comme par excellence, en gros ou en détail.

En comparaison, les germanismes dans la langue française ne peuvent certainement pas tenir tête aux gallicismes. Ils ne sont qu'au neuvième rang sur la liste de mots d'emprunt en français et sont donc plutôt bon pour de petites anecdotes dans le monde culinaire et militaire: ainsi les Français connaissent des spécialités allemandes comme le schnaps et le speck et se sont habitués après la Seconde guerre mondiale au mot ersatz pour désigner les nombreux substituts de café et de beurre. En outre, le verbe français trinquer vient du mot allemand trinken (« boire ») qui influence également le terme désuet dringuelle. Mais le germanisme le plus connu en français est certainement le vasistas. Comment cette déformation de la phrase allemande was ist das? (« qu'est-ce que c'est? ») a pu entrer dans la langue standard française ? On ne le sait pas avec certitude, mais les linguistes supposent que les soldats français, qui traversaient l'Allemagne pendant les guerres napoléoniennes, auraient posé justement cette question, face à ces petites fenêtres étranges, à leurs hôtes effrayés. Il est très probable que les soldats allemands étaient tout aussi surpris par les dispositifs inconnus dans les salles de bain françaises. La langue allemande ne peut que les remercier, car rien que sur le plan phonétique, das Bidet, das Pissoir et die Toilette sont beaucoup plus esthétiques que das Klo (« toilettes »).

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