Francomics: Die BD erobern das Klassenzimmer!

Francomics: Les BD à l´attaque des salles de classe !


Von: Laurent Maignan

De: Laurent Maignan

"Boum ! Crac ! Ding ! Clac ! Wouaaaah !" Auszüge eines Comics oder einer Französischstunde? Und warum nicht beides? Die Gründer des Projekts Francomics haben sich vorgenommen, diese Gattung, die in Frankreich als neuvième art bezeichnet wird, in den Berliner und bayerischen Schulklassen einzuführen.

« Boum ! Crac ! Ding ! Clac ! Wouaaaah ! » Extraits d´une bande dessinée ou d´un cours de français ? Et pourquoi pas des deux ? Les fondateurs du projet Francomics ont l´intention d´introduire dans les salles de classe berlinoises et bavaroises ce genre littéraire qui bénéficie du titre de neuvième art en France.

Obwohl die "neunte Kunst" in Frankreich einen guten Ruf hat, gilt die bande dessinée (BD) sehr oft in Deutschland als Trivialliteratur. "Seit dem Erfolg des Zeichentrickfilms Persepolis nach der gleichnamigen Comic-Reihe" glauben die Comic-Experten wie Xavier Bihan daran, "dass der Comic auf deutschem Boden bereits in den Startlöchern steht." Rachel Gillio, die mit dem Dozent der Berliner Humboldt-Universität wahrscheinlich völlig einer Meinung ist, entschied 2008, nach einer Anregung von Robert Valentin, Stellvertretender Leiter der Kulturabteilung der französischen Botschaft , ein pädagogisches und interkulturelles Projekt namens Francomics ins Leben zu rufen. Die Leiterin des deutsch-französischen Instituts Erlangen (dFi) fand in der französischen Botschaft, der Robert-Bosch-Stiftung und dem Cornelsen Verlag drei wichtige Partner. Während der ersten Ausgabe, die zwischen September 2009 und Juni 2010 in Berlin und Bayern stattfand, haben 120 Schulen und mehr als 3400 Schüler an dem Projekt teilgenommen. Um eine erste Bilanz zu ziehen, haben wir die Verantwortliche von Francomics, Marie-Laure Rocher (26), getroffen.

FplusD. Kannst du in knappen Worten den Ablauf des Wettbewerbs Francomics erläutern?

M.-L. R.: Zunächst war die Auswahl der Comics die erste Etappe. Nach Gesprächen mit deutschen und französischen Buchhandlungen und deutschen Französischlehrern wurden ca. 50 BD ausgewählt. Dann hat sich im Juni 2009 eine Jury von 10 Personen um Robert Valentin und mich, als Vertreterin des dFi Erlangen, versammelt. Anwesend waren auch z.B. Yvonne Petter-Zimmer, von Cornelsen, Marie-Françoise Vignaud, Redaktionsleiterin der Zeitschrift Unterricht Französisch, oder Sophie Desserre, Mediathekarin des Institut Français de Leipzig. Bei diesem Treffen wurden die fünf Comics für den Schülerwettbewerb ausgewählt. Die BD sollten mehrere Voraussetzungen erfüllen: Sie sollten in französischer Sprache sein und noch nicht übersetzt oder in Deutschland veröffentlicht worden sein; das Sprachniveau sollte schülergemäß sein; der Comic sollte außerdem einen Einsatz im Fremdsprachenunterricht ermöglichen. Schließlich wurde bei der Auswahl beachtet, dass die Themen der fünf ausgewählten Comics möglichst vielfältig sind.

Und wie kamen die Schüler bei der Auswahl des besten Comics ins Spiel?

M.-L. R.: Jede teilnehmende Klasse hat zunächst einen Argumentationsbrief für ihren Lieblingscomic verfasst. Die zehn Klassen, die die besten Briefe schrieben, wurden ausgewählt. Jede Klasse hat dann zwei Schüler nominiert, um ihre Meinung bei der Schülerjury zu verteidigen. Insgesamt bestand die Schülerjury aus 20 Schülern, die von 10 Lehrern begleitet wurden. Diese Schüler konnten an zwei Workshops teilnehmen, die vom 12. bis zum 14. April in Berlin und vom 4. bis zum 6. Juni 2010 in Erlangen stattfanden. Dort konnten sie viele Erfahrungen in Bezug auf den theoretischen Hintergrund und vor allem auf die praktische Gestaltung von BD sammeln. Die Mediathekarin Sophie Desserre und die BD-Autoren Mawil, Sti und Pahé, Jull und Métapat betreuten die Schülergruppe.

Und was passierte mit den anderen Schülern, die nicht nach Berlin oder nach Erlangen fahren durften?

M.-L. R.: Der Wettbewerb ist natürlich ein Mittel, um die BD im Unterricht einzuführen und um die Schüler für diese in Deutschland eher kaum bekannte Gattung zu sensibilisieren. Jeder Lehrer konnte frei entscheiden, was er tatsächlich mit der BD im Unterricht machen wollte. Zur Unterstützung wurden vorher mehrere Seminare für Lehrkräfte organisiert. Pädagogische Beihefte wurden angeboten und fiches de lecture für die Schüler sind auf der offiziellen Internetseite des Wettbewerbs zu finden. Während der Auseinandersetzung mit der BD haben sich viele Schüler für diese Gattung begeistern können und wurden überrascht, dass sie sich nicht nur auf Astérix und Tintin et Milou reduzieren lässt. Ein Großteil der Lehrenden erhielt durch diese besonderen Stunden einen Motivationsschub. Viele wurden überrascht, eine französische BD verstehen zu können. Die Verbindung zwischen Sprache und Bild half ihnen, ihre Aufmerksamkeit und ihr Verständnis zu erhöhen.

Francomics erinnert sehr an den Literaturpreis Prix des Lycéens allemands, der seit 2004 organisiert wird. Kann man diese zwei Wettbewerbe vergleichen?

M.-L. R.: Francomics könnte als BD-Variante des Prix des Lycéens allemands betrachtet werden. Unser Willen ist aber, das Zielpublikum zu verbreitern. Wenn der Literaturpreis sich vor allem an Gymnasiasten der Oberstufe richtet, wollen wir mit Francomics Schüler aller Schultypen zwischen der 5. und 10. Klasse ansprechen. Wir sind auf einem guten Weg. Ein Drittel der 120 teilnehmenden Schulen waren dieses Jahr Realschulen und eine Hauptschule nahm an dem Wettbewerb teil. Wie bei dem Prix des Lycéens allemands gibt es für die Schulen die Möglichkeit, den BD-Satz zu bestellen (70 €).

Während des 14. Internationalen Comic-Salons von Erlangen, der vom 3. bis zum 6. Juni 2010 stattfand, wurde Dipoula, von den Autoren Sti und Pahé, ausgezeichnet. Damit wurde die erste Ausgabe von Francomics erfolgreich abgeschlossen. Wie geht´s nun weiter?

M.-L. R.: Dipoula wird zunächst im Herbst 2010 ins Deutsche übersetzt. Dann wird der Wettbewerb weiter in Verbindung mit dem Comic-Salon von Erlangen stehen, d.h. es wird erst 2011 wieder Francomics geben. Mehrere Bundesländer haben sich schon beworben, um an dem Projekt teilzunehmen. Wir werden sehen, ob Francomics ganz Deutschland erobern wird! Sicher ist, dass wir die Zusammenarbeit mit den deutschen und französischen Verlagen intensivieren möchten, das Projekt verbessern wollen und die Bereitstellung der Werke für die Schulen optimieren werden. Theoretisch werden die Lehrer sich für die zweite Ausgabe bis September 2011 anmelden können. Mehr auf www.francomics.de!

Marie-Laure Rocher, Vielen Dank für das Gespräch.

 

Dipoula: le vainqueur de Francomics. Et ses auteurs : Sti et Pahé.

 

Alors que le neuvième art bénéficie d´une bonne réputation en France, la BD est toujours considérée outre-Rhin comme un genre littéraire populaire et enfantin. Mais « depuis le succès du dessin animé Persepolis, d´après la série du même nom », les experts de ce genre littéraire, comme Xavier Bihan, annoncent que « la bande dessinée est en passe d´acquérir une image plus positive sur le sol allemand. » Rachel Gillio ne contredira sans doute pas le professeur de l´Université Humboldt de Berlin. C´est elle qui a décidé sous l´impulsion de Robert Valentin, Conseiller culturel adjoint de l´Ambassade de France en Allemagne, de mettre sur pied le projet Francomics en 2008. La directrice du dFi - centre franco-allemand - d´Erlangen a trouvé en l´Ambassade de France, la fondation Robert-Bosch et la maison d´édition Cornelsen trois partenaires de choix. Au cours de la première édition qui s´est déroulée de septembre 2009 à juin 2010, 120 écoles et plus de 3400 élèves ont participé au projet. Pour établir un premier bilan, nous avons rencontré la responsable de Francomics Marie-Laure Rocher.

FplusD. Peux-tu nous expliquer en quelques mots le déroulement du concours Francomics ?

M.-L. R.: La sélection des BD a été la première étape. Après de nombreuses discussions avec des librairies françaises et allemandes et des enseignants de français allemands, une cinquantaine d´ouvrages ont été présélectionnés. Ensuite, un jury de 10 personnes s´est réuni le 5 juin 2009 autour de Robert Valentin et de moi-même, en tant que représentante du dFi. Yvonne Petter-Zimmer de Cornelsen, Marie-Françoise Vignaud, rédactrice en chef du magazine Unterricht Französisch, ou encore Sophie Desserre, médiathécaire de l´Institut Français de Leipzig, étaient également présentes. C´est lors de cette rencontre que les cinq BD ont été sélectionnées pour le concours. Les bandes dessinées devaient répondre à plusieurs critères : BD francophones et pas encore traduites ni publiées en Allemagne ; niveau de langue adapté aux élèves ; possibilité de les utiliser en cours de langue. Enfin, les bandes dessinées devaient présenter un large choix de thématiques.

Et quel rôle ont joué les élèves dans le choix de la meilleure BD ?

M.-L. R.: Tout d´abord, chaque classe participante a envoyé une lettre justifiant le choix de l´ouvrage préféré. Les dix classes ayant écrit les productions les plus intéressantes ont été sélectionnées. Chaque classe a alors désigné deux élèves pour la représenter et défendre son opinion au sein du jury des élèves. En tout, ce jury était composé de 20 membres accompagnés de 10 enseignants. Ces élèves ont eu la chance de participer à deux ateliers organisés du 12 au 14 avril à Berlin et du 4 au 6 juin 2010 à Erlangen. Lors de ces deux rencontres, ils ont pu acquérir de nombreuses expériences et connaissances en ce qui concerne l´arrière-plan théorique et la réalisation de BD. Les différents ateliers ont été animés par la médiathécaire Sophie Desserre et les auteurs Mawil, Sti et Pahé, Jull et Métapat.

Et les élèves qui n´ont pas eu la chance d´aller à Berlin ou Erlangen... ?

M.-L. R.: Le concours est bien sûr un moyen d´importer la BD en salle de classe et de sensibiliser les élèves à un genre littéraire plutôt peu connu outre-Rhin. Le travail sur les BD a été laissé libre à l´appréciation des enseignants. Au préalable, plusieurs formations destinées aux professeurs de français sur la bande dessinée ont été proposées. Des fiches pédagogiques ont été mises à disposition et on peut trouver sur le site officiel des fiches de lecture destinées aux élèves. Pendant cette première approche de la BD, de nombreux jeunes se sont découvert une passion pour ce genre littéraire et on été surpris par le fait qu´Astérix et Tintin et Milou ne suffisaient pas à résumer ce genre très vaste et très riche. Une grande partie des apprenants a trouvé au sein de ces heures particulières de français une nouvelle source de motivation. Beaucoup ont été agréablement surpris de pouvoir comprendre une BD française. La relation entre la langue et l´image les a aidé à améliorer leurs capacités d´attention et de compréhension.

Francomics me rappelle fortement le Prix des Lycéens allemands qui est organisé depuis 2004. Peut-on comparer ces deux concours ?

M.-L. R.: Francomics peut être considéré comme la version BD du Prix des Lycéens allemands. Cependant, notre volonté est d´élargir le public ciblé. Alors que le prix littéraire s´adresse comme son nom l´indique surtout aux lycéens, nous voulons avec Francomics toucher les élèves de tous types d´école étant entre la 5. et la 10. Klasse - du CM2 à la 2nde. Nous sommes sur la bonne voie. Cette année, un tiers des écoles participantes étaient des Realschulen et une Hauptschule fut de la partie. À l´instar du Prix des Lycéens allemands, les écoles ont la possibilité de commander auprès de l´organisation du concours un ou deux sets des cinq BD (70 € par set).

Au cours du 14ème salon international de la bande dessinée d´Erlangen qui s´est déroulé du 3 au 6 juin 2010, Dipoula, des auteurs Sti et Pahé, a été récompensé. Ce qui marqua la fin d´une première édition couronnée de succès. Et quel est l´avenir de Francomics ?

M.-L. R.: Tout d´abord, Dipoula va être traduit en allemand à l´automne 2010. Le concours va rester lié au salon d´Erlangen et aura donc lieu la prochaine fois en 2011. D´autres Bundesländer ont déjà manifesté leur intérêt pour y participer. On verra bien si Francomics partira à la conquête de toute l´Allemagne ! Ce qui est certain, c´est que nous souhaitons intensifier notre coopération avec les maisons d´édition allemandes et françaises, nous voulons perfectionner le projet et optimiser la mise à disposition des ouvrages pour les écoles. En théorie, les enseignants pourront inscrire leurs classes pour la deuxième édition jusqu´en septembre 2011. Plus d´informations sur www.francomics.de !

Marie-Laure Rocher, merci beaucoup pour cet entretien.

 

 


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