Originalgetreu wieder errichtete traditionelle Häuser aus dem ganzen Elsass
Dieses originalgetreu wieder aufgebaute elsässische Dorf besteht derzeit aus über 70 Häusern und Gebäuden. Diese wurden auf Initiative passionierter Freiwilliger abgetragen, an einem gemeinsamen Ort neu errichtet und somit vor einem geplanten Abriss bewahrt. Wohnhäuser, Bauernhöfe, Werkstätten, ein Bahnhof, eine Kapelle, ein Sägewerk, eine Mühle, eine Schule... Sie alle bilden ein kleines Dorf. Das älteste Gebäude stammt noch aus der Zeit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus!
Im Ecomusée d'Alsace können die Besucher das Elsass und seine Kultur erleben: Im Rhythmus der Jahreszeiten lädt das Dorf zur Entdeckung regionaler volkstümlicher Kunst und Traditionen des Dorflebens Anfang des 20. Jahrhunderts ein. Ein Besuch allein reicht nicht aus, um das Dorf mit seinen Winkeln und seinen Geschichten kennenzulernen – genau wie beim elsässischen Kulturerbe.
Mitmachen erwünscht! Der Besucher als Teilnehmer
Auch der Begriff „Besucher“ darf nicht im klassischen Sinne verstanden werden. In diesem Freilichtmuseum sind die Besucher keine Zuschauer, sondern werden selbst zu Akteuren. Jeder kann sich aussuchen, wie er das Ecomusée d'Alsace erleben möchte – ganz nach Lust und Laune. Die meisten Veranstaltungen werden von Mitmachaktionen wie Küchen- und Handwerkerworkshops, Kühemelken sowie den Vorbereitungen zu hohen Feiertagen begleitet.
Der Besucher ist dazu eingeladen, Türen zu öffnen, die Bauernhäuser zu betreten und mit den Dorfbewohnern zu sprechen - so gestaltet sich der Besuch jedes Mal auf's Neue einzigartig und außergewöhnlich.
Das Dorfleben Anfang des 20. Jahrhunderts
Das Ecomusée d'Alsace lebt im jahreszeitlichen Rhythmus zu Beginn des 20. Jahrhunderts und beschreibt dessen Alltagsleben, Handwerk und Tradition. In diesem Kreislauf der Jahreszeiten, der Natur und des Kalenderjahrs erlebt und feiert das Dorf große Ereignisse: Ostern, Pfingsten, die Weinlese, Weihnachten...
Hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen, die das ganze Jahr über im Ecomusée d'Alsace organisiert werden und in engem Zusammenhang mit der elsässischen Tradition stehen, zum Beispiel eine Ausstellung über die elsässische Gastronomie, ein Sprachfestival, Sommerschauspiele, ein Fest der Zeitgenössischen Kunst und vieles mehr.
Sprache als wichtiger Bestandteil elsässischer Tradition
Bekanntlich war das Elsass eine der von den Wirrungen beider Weltkriege besonders stark betroffene Region. Die offizielle Landessprache wechselte genau so oft wie die Flagge, die über diesem Stückchen Land wehte. Die Regionalsprachen des Elsass' sind daher ein besonderer Schwerpunkt des Museums. In diesem Jahr widmet es eine ganze Ausstellung der elsässischen Sprachgeschichte: „Die 'Sprochmühle' – Eine Geschichte und viele Sprachen im Elsass“ wird vom Föderalen Komitee für Sprachen und Kultur in Elsass und Mosel mit finanzieller Unterstützung des Conseil Général du Haut-Rhin organisiert. Auf spielerische und attraktive Weise und sowohl auf deutsch als auch auf französisch wird hier die Geschichte der Regionalsprachen erzählt.
Pünktlich zu Schuljahresbeginn im September eröffnet das Freilichtmuseum ein neues Klassenzimmer: Bei „Parole d'Ecole – Schule von einst“ führtdie Grundschullehrerin vor, wie der Schuljahresbeginn Anfang des 20. Jahrhunderts im Elsass ausgesehen hat. Die Besucher können in ihren Erinnerungen schwelgen beziehungsweise entdecken, wie 'Schule' lange vor ihrer Zeit funktionierte. Wer kann mit der Tintenfeder schreiben und macht beim Diktat keine Fehler? Wer will, kann testen, ob er mit seinem Wissen das Abschlusszeugnis der „Schule von einst“ erhalten würde...
Einen Einblick in die Regionalsprachen kann man auch in den Samstagsworkshops „Regionalsprachen kennenlernen“ erhalten, die jeden zweiten Samstag im Monat stattfinden.
Ein Besuch im Ecomusée d'Alsace ist nicht nur eine spannende Reise ins 20. Jahrhundert, sondern auch zu den Wurzeln einer Kultur, die von deutscher und französischer Seite gleichermaßen geprägt wurde.







