Zum ersten Mal in Frankreich hat ein Pariser Museum – das Musuem Monnet Marmottan - den Brüdern Dufy eine Austellung gewidmet.

 

Pour la première fois en France, un musée parisien, le musée Marmottant Monet, a consacré une exposition aux frère Dufy.

Mit hundert Gemälden, Aquarellen und Keramiken sollte diese Ausstellung die Beziehungen betonen, die das Werk des jüngeren Jean Dufy (1888-1964) mit dem des großen Bruders Raoul (1877-1953) verbinden, aber auch ihre Unterschiede vorstellen. Drei Monate lang, vom 14. April bis zum 26. Juni 2011, haben die Besucher nicht nur die Karriere des schon ziemlich bekannten Raoul Dufy beobachten können, sondern auch seinen jüngeren Bruder Jean kennengelernt.

Beide stammten aus einer Familie mit vier Söhnen und sieben Töchtern. Die Musik spielte eine große Rolle in der kulturellen Bildung aller Geschwister, die mit ihrem Vater in Le Havre lebten, eine Stadt, die Raoul und Jean besonders prägte : das Meer war ihr beliebtestes Darstellungsthema.

Raoul Dufy hat seine künstlerische Bildung im Jahre 1893 angefangen, als er die städtische Kunstschule von Le Havre besuchte. Er arbeitete fleissig und bekam gute Noten. Da der Künstler Delacroix ihn beeidruckte, beschloss er fünf Jahre später, sich in die nationale Pariser Kunstschule einzuschreiben. Viele wichtige Künstler und Gemälde prägten Raoul Dufy zu dieser Zeit, wie zum Beispiel Monnet, Pissarro oder Matisse, mit seinem Bild « Luxe, calme et volupté » : ein Gemälde, das entscheidend für Raoul wurde, da er dem Impressionismus zugunsten auf eine tiefere Analyse der Farben verzichtet. Raoul Duffy näherte sich dem Fauvinismus an, und verwendet klare und reine Farben öfter als in seiner jüngsten Periode. Werke wie « Le Port du Havre » oder « Les barques aux Martigues » zeugten von diesem Versuch, die Farben sprechen zu lassen und ihnen den zentralen Platz zu geben. Jean Duffy, der elf Jahre jünger als Raoul Duffy ist, hat mit der vollen Unterstützung seines Bruders malen gelernt. Zwischen 1906 und 1914, als Raoul Duffy schon mit dem Fauvismus und dem Cubismus experimentierte, erlernte Jean Dufy die ersten Grundlagen der Malerei. Ab 1920, Datum seines ersten Gemäldes, gelangt er in eine sehr produktive Phase, in der er mit seinem Bruder künstlerische Vorstellungen teilt. Die Bewegung des Fauvismus hat auch ihn berührt. Viel mehr teilten die zwei Brüder Themen, als künstlerische Vorstellungen, welches auch in der Ausstellung deutlich wird : Hier werden verschiedene Werke gezeigt, die zum Teil die Ännäherung, teilweise aber auch die Gegensätze der beiden Künstler betonen.

1- Raoul Dufy und die Avant-Garde : Fauvismus und Cubismus

Raoul Dufys frühe Gemälde sind Beweise der Liebe des Künstler für seine Heimat und für den Süden Frankreichs, auch « Midi » genannt. Wie schon gesagt sind sie voller Farbe und ausdrucksvoll. Raoul Dufy wendete sich nicht nur dem Fauvismus zu, sondern auch dem Cubismus. Im Jahre 1910 malte er « Le Casino Marie-Christine ». Das Bild basiert auf der Idee,, dass Volumen dann Sinn bilden, wenn sie mit einfachen Formen, starken Farben und Kurven gebildet werden. Eine ganz persönliche Interpretation des Cubismus!

2- Jean Dufy: zwischen Tradition und Avant-Garde

Die ersten bekannten Gemälde von Jean Dufy entsprangen der unmittelbaren ersten Nachkriegszeit. Einserseits war er stark von Paul Cézanne und dessen Fauvismus beeindruckt, der zu dieser Zeit schon als Tradition galt, andererseits analysierte er diese Tradition ganz individuell: im Gegensatz zum Fauvismus kehrte er zu einer klassischeren Vorstellung der Landschaft, mit schwächeren Farben zurück. Eine Richtung, die Forscher heute als Avant-Garde bezeichnen. Jean Dufy hatte von seinem Bruder und seinen Meistern gelernt, ohne dabei zu vergessen, seine eigene Kunst zu entwickeln.

3- Das Meer

Da Jean und Raoul Dufy in der Normandie geboren sind und dort ihre Kindheit verbracht haben, ist das Meer ein zentrales Thema beider Werke. Die Küste des Ärmelkanals aber auch des Mittelmeers, das sie besucht haben, sieht man in vielen Gemälden. Die Farbe blau spielt immer eine wichtige Rolle. Während Raoul mit den hellen Nuancen dieser Farbe experimentierte, wendete sich Jean einer dunkleren Richtung zu. Gemeinsam teilten sie aber eine hedonistische Vorstellung dieser Wasserlandschaft: Vergnügen und Freude gehen durch ihre Gemälde, z.B. Bei « Vue de la terrasse de Sainte-Adresse », von Raoul Dufy oder bei « L'Hôtel Welcome à Villlefranche-sur-Mer » von Jean Dufy. Erst die Behandlung des Lichtes und die Raumordnung zeugten von den unterschiedlichen Richtungen der Brüder.

4- Innen und aussen

Die Brüder Duffy heben die Idee einer Grenze zwischen innen aud außen auf. Henri Matisse hatte als erster eine solche Regel formuliert. Von daher produzierten sie mehrere Varianten dieses Themas: „Fenêtre sur la promenade des Anglais“ von Raoul Dufy gegen „Terrasse fleurie à Villefranche-sur-Mer“ von Jean Dufy. Während der erste seine Technik vereinfachte und klare vertikale und horizontale Flächen malte, um den Raum zu strukturieren, wurden bei Jean Dufy die Grenzen viel unsichtbarer. Die Farben mischten sich ineinander und das Innere verschwindet in die äußere Landschaft.

5- Der Bruchpunkt: la Fée électricité

Anlässlich der Internationalen Vorstellung in Paris (1936), bestellte die Pariser Gesellschaft für elektrische Verteilung ein riesiges Werk. Sie brauchte ein 600 m² großes Bild von Raoul Dufy, das den „Palast der Elektrizität und des Lichts“ dekorieren sollte. Raoul Dufy nahm den Auftrag an. Er verschwieg aber, dass er das Werk mit Hilfe seines Bruders realisiert hatte. Jean Dufy verfasste eine illustrierte Dokumentation, damit Raoul die Geschichte der Entdeckung der Elektrizität thematisieren konnte. Die ganze Zeit der Vorbereitung widmete sich Jean dem Projekt seines Bruders und vernachlässigte seine eigene Karriere. Als das Werk vorgestellt wurde („La fée électricité“, 1937), erwähnte Raoul die Beteiligung seines Bruders Jean Dufy nicht... So eng die Beziehung zwischen den Brüdern vorher war, so distanziert war sie danach. Beide Brüder entfernten sich voneinander und stellten von nunan in verschiedenen Städten und Galerien aus. Dies war der Beginn einer Vielzahl von Reisen umdie ganze Welt für Jean und Raoul.

6- Zirkus und Musik

Die Kunst der Musik war von Anfang an Teil des Lebens der Familie Dufy. Jedoch hatte sie eher Raoul als Jean geprägt. Als Raoul das Genre des Stilllebens benutzte, um Musikinstrumente darzustellen, lernte Jean die Brüder Fratellini kennen. Die Familie Fratellini war in der Zirkuswelt weit bekannt: eine entscheidende Begegnung für Jean, der sich mit Bewegung und Festivität in seinen Gemälden befasste. Ein Bild nannte er ganz einfach „Le crique“. „Les trapésistes“ ist ein weiterer perfekter Beweis dafür, dass Jean Dufy die fröhliche Zeit des Lebens vermitteln wollte. Die roten Farbtöne, mit gelben und schwarzen Strichen zusammengebaut, verstärkten das Bewegungs- und Freudegefühl des Gemäldes. Raoul Dufy zeichnete im Gegensatz dazu stilllebende Werke, die eher die zurückhaltendere Momente darstellten.

Auch wenn ihre Wege sich getrennt haben, wurden die Brüder Dufy voneinander geprägt. Sie haben Themen und künstlerische Vorstellungen sowohl gemeinsam als auch unabhängig voneinander entwickelt. Das Werk von Raoul Dufy ist den Franzosen bekannter, ohne dass die Qualität von Jean jedoch in Frage gestellt wurde.

Avec sa centaine de tableaux, aquarelles et céramiques, l'exposition a tenté de souligner les points communs entre l'œuvre de Jean Dufy (1888-1964) et celle de son grand frère Raoul (1877-1953), mais a également présenté leurs points de divergence. Trois mois (du 14 avril au 16 juin 2011) durant lesquels les visiteurs ont non seulement découvert ou redécouvert la carrière du déjà célèbre Raoul Dufy, mais ont également fait la connaissance de son jeune frère Jean.

Issus d'une famille de 4 fils et sept filles, ils ont, comme leurs frères et sœurs, été baignés dans la musique. Elle prit une place importante dans l'œuvre des peintres, tout comme le thème marin : la ville du Havre, où la fratrie vivait avec leur père, marqua Jean et Raoul pour le reste de leur vie, ce qu'ils exprimèrent plus tard dans leur œuvre.

Raoul Dufy débute sa formation artistique en 1893 à l'école municipale des beaux-arts du Havre. Élève assidu, il obtient de très bonne notes. Impressionné par le peintre Delacroix, et souhaitant suivre une carrière similaire, Raoul Dufy décide, 5 ans après les beaux-arts du Havre, de s'inscrire au conservatoire national de Paris, pour y étudier les arts. A cette époque, de nombreuses œuvres et artistes marquent le jeune Raoul, tels Monet, Pissarro ou Matisse et son tableau « Luxe, calme et volupté ». Une œuvre décisive dans la direction artistique que prendra Raoul, car il décide de quitter le mouvement impressionniste au profit d'une recherche plus approfondie des couleurs. Clarté et pureté : tels seront les mots-clés de ses travaux. Raoul Dufy se rapproche du mouvement fauvisme. Et des œuvres comme « Le Port du Havre » ou « Les barques aux Martigues » sont autant de témoignages d'une volonté chez Raoul Dufy de laisser les couleurs s'exprimer. Jean Dufy, onze ans plus jeune que son frère, a appris la peinture avec le soutien sans faille de son grand frère. Entre 1906 et 1914, alors que Raoul Dufy expérimente le fauvisme et le cubisme, Jean Dufy apprend les rudiments de la peinture. A partir de 1920, année de ses premières toiles, il entre dans une phase très productive, où il partage les conceptions artistiques de son frère. Le fauvisme l'a aussi beaucoup influençé, tout comme Raoul. Mais plus que des valeurs artistiques, les deux frères partagent surtout des thèmes de prédilection. Et c'est ainsi que l'exposition s'est organisée : autour de différents pôles qui soulignent les valeurs communes des deux frères, mais parfois aussi leurs différences.

 

1- Raoul Dufy et l'Avant-garde: le fauvisme et le cubisme

 

Les premières œuvres de Raoul Dufy sont autant de preuves de l'amour que le peintre portait à sa patrie normande et au Sud de la France. Elles sont extrêmement colorées et acquièrent dès lors une expressivité certaine. Mais Raoul Dufy ne se contente pas de rester dans ce mouvement fauvisme, il se dirige également vers le cubisme. Aussi peint-il « Le Casino Marie-Christine » en 1910. Une toile construite sur l'idée que les volumes donnent du sens à l'œuvre, dès lors qu'ils sont associés à des formes simples, des couleurs vives et des courbes. Une interprétation toute personnelle du cubisme !

 

2- Jean Dufy: entre tradition et Avant-garde

 

Les premières œuvres de Jean Dufy, connues du public, sont apparues dans l'immédiat après-guerre de 1918. Jean est d'une part, marqué par Paul Cézanne et son fauvisme, ce qui à l'époque formait déjà la tradition artistique, et d'autre part, il développe une analyse très personnelle de cette tradition : il prend le contrepied du fauvisme et retourne à une conception plus classique du paysage, avec des couleurs allégées. Une conception que les chercheurs nomment aujourd'hui « Avant-garde ». Jean Dufy a ainsi appris de ses maîtres, mais sans oublier de développer sa propre peinture.

 

3- La mer

 

Nés en Normandie, où il ont passé toute leur enfance, Jean et Raoul Dufy ont fait de la mer un thème central de leurs œuvres. La côte de la Manche mais aussi la côte méditerranéenne sont au centre de leurs tableaux. La couleur bleu joue par exemple un rôle toujours plus important. Mais, alors que Raoul expérimente les combinaisons possibles des nuances claires de cette couleur, Jean Dufy se tourne vers une utilisation et un sens plus sombres. Cependant, tout les deux partagent une vision hédoniste de ces paysages marins : le plaisir et la joie traversent les toiles, comme par exemple « Vue de la terrasse de Sainte Adresse » chez Raoul Dufy ou « L'Hôtel Welcome à Villefranche-sur-Mer » chez Jean Dufy. Seuls le traitement de la lumière et la mise en place de l'espace trahissent les différences artistiques entre les deux frères.

 

4- Intérieur / extérieur

 

Les frères Dufy abolissent l'idée d'une frontière entre l'intérieur et l'extérieur. C'est Henri Matisse qui fut à l'origine d'une telle conception. Et c'est à partir de cette règle qu'ils produisent de nombreuses variations sur ce thème: « Fenêtre sur la promenade des Anglais », par Raoul Dufy ou « Terrasse fleurie à Villefranche-sur-Mer », par Jean Dufy. Alors que Raoul simplifie sa technique et peint des surfaces horizontales et verticales, afin de structurer l'espace, les frontières de Jean Dufy se font de plus en plus invisibles. Les couleurs se mélangent les unes aux autres et le paysage intérieur se font dans l'extérieur.

 

5- Le point de non-retour : « La Fée électricité »

 

A l'occasion de l'exposition internationale de Paris (1936), la société parisienne de distribution électrique commande une œuvre gigantesque à Raoul Dufy. Il doit produire une toile de 600m2 pour décorer les murs du Palais de l'électricité et de la lumière. Raoul Dufy accepte la commande, mais omet de mentionner l'aide de son frère à la réalisation de l'œuvre. Jean Dufy compose en effet une documentation illustrée afin que Raoul puisse thématiser en peinture la découverte de l'électricité. Pendant cette période de préparation, Jean Dufy se consacre entièrement au projet de son frère, jusqu'à en délaisser sa propre carrière. Lorsque la toile « La Fée électricité » est exposée, en 1937, Raoul n'évoque pas le travail conjoint de son frère. Cela marque le début de l'éloignement des deux hommes, qui aussi proches qu'ils furent, se séparent peu à peu. Ils exposent désormais séparément dans de nombreuses villes et galeries à travers le monde.

 

6- Le cirque et la musique

 

La musique a une place à part entière dans la vie de la famille Dufy. Pourtant, c'est plutôt le grand frère Raoul qui en fut imprégné. Il se tourne vers la nature morte pour y représenter des instruments de musique. Pendant ce temps, le jeune Jean fait la connaissance des frère Fratellini, connus dans l'univers du cirque. Une rencontre décisive dans son parcours : il cherche désormais à exprimer le mouvement et la fête dans ses toiles. Il nomme ainsi l'une d'entre elle « Le cirque ». « Les trapézistes » est une autre preuve de la volonté de Jean de peindre le côté festif de la vie. Les nuances rouges, associées à des stigmates jaunes et noirs, renforcent le sentiment de joie et l'impression de mouvement dans le tableau. A l'inverse, Raoul Dufy se consacre à ses natures mortes musicales, peut-être l'expression de moments d'apaisement et de retour sur soi.

 

Même si leurs chemins se sont séparés, les frère Dufy sont restés très influencés l'un par l'autre. Ils ont réussi à partager des conceptions artistiques mais aussi à développer leur propre style et leur propre vision de l'art, de manière indépendante. L'œuvre de Raoul Dufy est cependant restée bien plus connue en France, même si la qualité des toiles de Jean Dufy n’a jamais été remise en question.

Bilder :

Raoul Dufy – Fête maritime et visite officielle au Havre, vers 1925-1926 – Huile sur toile 91 x 111 cm Musée Malraux, Le Havre – © Adagp, Paris 2011

Jean Dufy – Le Cirque, 1927 Huile sur toile – 45 x 75 cm Collection privée – ©Adagp, Paris 2011 Jean Dufy – Rue Royale, vers 1950 Huile sur toile – 50 x 61 cm – Collection privée – ©Adagp, Paris 2011

Visuels:

Raoul Dufy – Fête maritime et visite officielle au Havre, vers 1925-1926 – Huile sur toile 91 x 111 cm Musée Malraux, Le Havre – © Adagp, Paris 2011

Jean Dufy – Le Cirque, 1927 Huile sur toile – 45 x 75 cm Collection privée – ©Adagp, Paris 2011 Jean Dufy – Rue Royale, vers 1950 Huile sur toile – 50 x 61 cm – Collection privée – ©Adagp, Paris 2011