Vor gut drei Jahren gründete Laurence Aubron den Lokalsender EuradioNantes, wofür sie kürzlich den französischen Nationalverdienstorden erhielt. Ihr Traum vom Radio, das Europa in unserem Alltag sichtbar macht, hat sich erfüllt. Seitdem wird jedes Jahr bei EuradioNantes ein junges internationales Redaktionsteam ausgebildet.

Laurence Aubron a fondé il y a trois ans la station locale d’EuradioNantes. Cette création lui a valu de recevoir la médaille de l'Ordre national du Mérite il y a deux mois. Son rêve d’une radio qui permette de rendre l’Europe accessible dans notre vie quotidienne s’est réalisé.

Lokale oder regionale Ereignisse werden von den jungen Journalisten aus Italien, Deutschland, Ungarn, Frankreich, Österreich, Belgien, Bulgarien, Großbritannien und Litauen stets in Verbindung zu ihrem Herkunftsland gebracht. Dass in dieser Redaktion viel über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den jeweiligen EU-Ländern diskutiert wird, ist klar. Katarina, 24 aus Wien, arbeitet seit August 2010 bei EuradioNantes und erzählt uns von diesem einmaligen Europaprojekt.

Wie bist Du auf den Sender gestoßen?

Ich habe eher zufällig von EuradioNantes erfahren, als ich im Sommer 2009 während eines Frankreich-Urlaubs einige Tage in Nantes bei einem Couchsurfer verbracht habe. Er hat mir von der Möglichkeit des Praktikums für europäische Jungjournalisten bei EuradioNantes erzählt, woraufhin ich mich erfolgreich beworben habe.


Was machst Du dort genau?

Ich organisiere Interviews: bereite sie vor, führe sie durch und kümmere mich anschließend um die Nachbearbeitung, also um Schnitt und Vertonung. Außerdem bin ich als Teil des europäischen Teams täglich für die Gestaltung von drei Live-Sendungen mitverantwortlich, die abwechselnd von uns präsentiert werden. Durch diese regelmäßige Gestaltung von Beiträgen habe ich inzwischen eine gewisse Routine im Umgang mit den Schnittprogrammen, dem Verfassen und Einsprechen von Texten und der Live-Moderation... mein journalistisches Handwerkszeug kann ich hier in einem europäischen Kontext anwenden und ausbauen.

Was ist das Besondere an EuradioNantes?

Die Art und Weise wie europäischer Journalismus hier umgesetzt wird, halte ich für absolut zukunftsweisend. Durch die verschiedenen Hintergründe der Redaktionsmitglieder, deren unterschiedliche Sprachkenntnisse und deren unterschiedliches Wissen, kann eine Themenvielfalt erreicht werden, wie sie in einer einsprachigen Redaktion  kaum umsetzbar wäre. Die unmittelbare Zusammenarbeit sensibilisiert nicht nur die Redaktionsmitglieder, sondern ebenso die Hörer des Radiosenders im Bezug auf die Vielfalt Europas.

Fühlst du dich als Europäerin?

Das erste Mal bewusst mit der Frage auseinandergesetzt, ob ich mich als Europäerin fühle oder nicht, habe ich mich während eines sechsmonatigen Aufenthalts in Italien, als ich nach meiner Matura (Abitur) bei einem Projekt im Zuge des Europäischen Freiwilligendienst (EFD) mitgearbeitet habe.
Die Begegnung und Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus ganz Europa hat damals sicher mein Bild Europas beeinflusst. Von den Chancen und Möglichkeiten, die wir heute, z.B. bei der Wahl unseres Studienortes oder Arbeitsplatzes haben, konnten unsere Großeltern nur träumen. Weil ich in hohem Maße von den Vorteilen, die das Zusammenwachsen Europas bietet, profitiere und ich in meinem Umfeld viel mit Menschen unterschiedlichster Herkunft unternehme, fühle ich mich auch als Europäerin.

Was entgegnest du Menschen, die in der Europäischen Union einen bürokratischen Koloss sehen, der nicht viel ausrichten kann?

Ich kann gut nachvollziehen, dass viele Menschen den Eindruck haben, die Europäische Union sei ein abstraktes Gebilde, ihre Politik finde in Brüssel statt, ihre Entscheidungen seien zu weit weg. Es ist nicht immer einfach, die Strukturen und Vorgänge zwischen den einzelnen Akteuren der Union zu erkennen.
Andererseits spiegelt die Größe und Komplexität der Institutionen meiner Meinung nach aber auch die Vielfältigkeit der Europäischen Union wider: 27 Mitgliedsstaaten bedeuten 27 unterschiedliche Geschichten, Kulturen, Gebräuche und Mentalitäten! Um dabei ein Gleichgewicht herzustellen, muss sich jeder Mitgliedstaat äußern und einbringen dürfen und können. Die konsensorientierten Entscheidungsprozesse laufen mit einer gewissen Trägheit ab, weil es oft langwierig ist, 27 Stimmen auf einen gemeinsamen Weg zu bringen.
Auch wenn die Europäische Union als Global Player in der internationalen Politik nicht immer eine tragende Rolle spielt, so hat sie in vielen humanitären Bereichen doch eine wichtige Vorbildrolle. Meiner Meinung nach müssen wir uns vor Augen halten, dass die europäische Zusammenarbeit in erster Linie ein Friedensprojekt der europäischen Staaten war. Heute ist sie natürlich viel mehr als das.
Um sowohl die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit der EU, als auch die vielen kleinen Lebensrealitäten kennenzulernen und zu verstehen, braucht es vor allem einen neuen journalistischen Weg europäischer Medien, die genau diesen Ansatz verfolgen.

Welche Rolle können Projekte wie EuradioNantes spielen?

Ich halte EuradioNantes, als lokal-europäischen Sender mit einem internationalen Team, für einen innovativen und erfolgreichen Versuch europäischen Journalismus umzusetzen. In Zukunft plant EuradioNantes die Zusammenarbeit mit Radiosendern in ganz Europa weiterhin auszubauen. Vor allem die Kooperation mit deutschen Radiosendern soll dabei verstärkt werden.
Eine der größten Herausforderungen Europas ist heute und auch in Zukunft, die gefühlte Distanz der europäischen Bürger gegenüber politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen abzubauen. In diesem Prozess des Zusammenwachsens, des gegenseitigen Verständnisses und Interesses spielen länderübergreifende, europäische Medien wie EuradioNantes eine tragende Rolle. Einerseits öffnen sie den Bürgern einen Blick darauf, inwiefern ihr Leben von Europa beeinflusst wird, andererseits bieten sie ihnen die Möglichkeit, sich über ihr Bild über Europa zu äußern, darüber gemeinsam zu diskutieren und daran teilzuhaben
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Depuis, une jeune équipe internationale de rédacteurs est formée chaque année dans cette radio-école. Les événements locaux ou régionaux sont toujours mis en relation avec les pays d’origine des jeunes journalistes. Ceux de la promo actuelle viennent d’Italie, d’Allemagne, de Hongrie, de France, d’Autriche, de Belgique, de Bulgarie, de Grande Bretagne et de Lituanie. Il est évident que l’on discute beaucoup des différences et des convergences entre les différents pays de l’Union Européenne dans cette rédaction. Katarina, 24 ans, de Vienne, travaille depuis le mois d’août dernier à EuradioNantes. Elle nous parle de ce projet européen unique.

Comment est-ce que tu as découvert le projet?

C’était plutôt par hasard. En été 2009, pendant mes vacances en France, j’ai passé quelques jours à Nantes chez quelqu’un qui avait proposé son canapé sur le site de couchsurfing. Il m’a parlé de la possibilité pour les jeunes journalistes européens de faire un stage chez EuradioNantes. C’est comme ça que j’ai postulé.

Quelles sont exactement tes tâches ?

J’organise des interviews : je les prépare, je les réalise et après, je m’occupe du montage et de l’adaptation sonore. De plus, en tant que membre de l’équipe européenne, je suis aussi responsable de la conception de trois émissions en direct par jour que nous présentons à tour de rôle. Comme je conçois régulièrement des sujets, j’ai maintenant acquis une certaine routine pour les programmes de montage, les textes et la modération en direct… Ici, je peux mettre à profit au maximum mon savoir-faire journalistique tout en l’approfondissant.


Quelle est la particularité d’EuradioNantes ?

La manière dont est réalisé ici le journalisme européen ouvre beaucoup de perspectives pour l’avenir. Les différentes origines des membres de la rédaction, les niveaux de langue et les connaissances spécifiques de chacun permettent une diversité de sujets qu’on ne trouve guère dans les rédactions unilingues. La collaboration directe ne sensibilise pas uniquement les membres de la rédaction à la diversité européenne, mais aussi les auditeurs.

Est-ce que tu te sens citoyenne européenne ?

Je me suis posée cette question pour la première fois pendant mon séjour de six mois en Italie. Après mon bac, j’ai travaillé là-bas dans le cadre d’un projet du Service volontaire européen (SVE). Cette expérience, qui m’a permis de rencontrer et de travailler avec des jeunes venant de toute l’Europe, a sans doute influencé l’image que j’ai de l’Europe. Toutes les chances et les opportunités qui nous sont offertes aujourd’hui de choisir le lieu de nos études ou de travail par exemple,  tout cela n’était qu’un rêve pour nos grands-parents! Comme je profite au maximum des avantages permis par le rapprochement des pays d’Europe et que je rencontre beaucoup de gens d’origines différentes, je me sens aussi européenne.


Quelle est ta réponse aux gens qui ne voient dans l’Union européenne qu’un géant administratif qui, en fait, ne peut pas changer grand-chose ?

Je comprends très bien que beaucoup de citoyens aient l’impression que l’Union européenne est quelque chose d’abstrait : les décisions politiques sont prises à Bruxelles, loin d’eux. Il n’est pas toujours facile de comprendre les institutions et les activités des différents acteurs de l’Union.
D’un autre côté, je crois que la dimension et la complexité de l’institution reflètent aussi la polyvalence de l’Union européenne : 27 Etats-membres, cela signifie aussi 27 histoires, cultures, coutumes et mentalités différentes ! Afin d’établir un équilibre, chaque État-membre doit pouvoir s’exprimer et apporter sa contribution. Les processus de décision sont souvent longs étant donné qu’ils visent un consensus. Comment unifier facilement 27 voix ?
Même si l’Union européenne en tant que « global player » ne joue pas toujours un rôle de premier rang dans la politique internationale, elle sert toutefois de référence et de modèle dans de nombreux domaines tels que l’humanitaire.
A mon avis, nous devons garder à l’esprit que l’idée d’une 
construction européenne visait en premier lieu un objectif de paix dans les Etats européens. Aujourd’hui, bien sûr, elle est devenue beaucoup plus que ça.
Afin de découvrir et de comprendre la collaboration politique et économique de l’U.E. ainsi que ses multiples réalités, nous avons avant tout besoin d’un nouveau « journalisme européen », exercé par des médias européens.

Quel rôle peuvent jouer des projets comme EuradioNantes ?

Je trouve qu’EuradioNantes, cette chaîne « locale-européenne » représente avec son équipe internationale une tentative innovante et fructueuse de mettre en pratique un journalisme européen. A l’avenir, EuradioNantes envisage une collaboration avec d’autres chaînes de radio dans toute l’Europe. La coopération avec des chaînes de radio allemandes doit en particulier être intensifiée.
L’un des grands défis de l’Europe actuelle et future est de réduire l’écart ressenti par les citoyens européens face à ses évolutions politiques et sociales. Dans ce processus de rapprochement, de compréhension et d’intérêt mutuels, des médias européens de portée internationale comme EuradioNantes jouent un rôle important. D’un côté, ils proposent aux citoyens une image qui montre de quelle manière leur vie est influencée par l’Europe. De l’autre, ils encouragent une discussion sur cette image, à laquelle les citoyens peuvent participer.