


MIT "BERLIN POCHE" AUF FRANZÖSISCH DURCH DEN KIEZ
EN FRANÇAIS DANS LE KIEZ AVEC « BERLIN POCHE »
„Arm aber sexy“ lautet der Slogan, mit dem Bürgermeister Klaus Wowereit seine Stadt beschreibt. Und damit hat er wohl den Nagel auf den Kopf getroffen. Doch die vielen Franzosen, die sich längerfristig auf das Abenteuer Berlin einlassen wollen, scheinen weder die hohe Arbeitslosenquote, noch die anfänglichen sprachlichen und administrativen Hürden abzuschrecken.
« Pauvre mais sexy ! » Voici comment le maire de Berlin, Klaus Wowereit, caractérise sa ville - et il a vu juste ! Apparemment, ni le taux de chômage élevé, ni les premiers obstacles linguistiques ou administratifs n’effraient les innombrables Français attirés par la capitale allemande et qui tentent l’aventure berlinoise à long terme.

Die gute Nachricht ist, dass sich die frankophonen Neuankömmlinge mittlerweile auf ein stetig wachsendes Netzwerk von erfahrenen berlinophilen Landsmännern verlassen können. Seit 2008 erleichtert das französischsprachige Stadtmagazin „Berlin Poche“ das Einleben und Orientieren im Dschungel der Berliner Kulturlandschaft. Das Monatsheft im Postkartenformat hat sich zur unverzichtbaren Plattform für den frankophonen und frankophilen Mikrokosmos der Bundeshauptstadt entwickelt. Léa Chalmont-Faedo, Mitbegründerin und Chefredakteurin von „Berlin Poche“, plaudert im Interview aus dem Nähkästchen dieses ambitionierten Projekts:
En tout cas, ils peuvent compter sur un réseau bien organisé par leurs compatriotes. Depuis 2008, le magazine en langue française « Berlin Poche » facilite la découverte, l’intégration et l’orientation dans la jungle culturelle de la capitale. Désormais, le mensuel en format « carte postale » est devenu une source d’informations incontournable pour le microcosme francophone et francophile berlinois. Dans une interview, Léa Chalmont-Faedo, co-fondatrice et rédactrice en chef de « Berlin Poche » nous en dit plus sur ce projet ambitieux.
Berlin Poche wurde von einer Gruppe erstaunlich junger Franzosen ins Leben gerufen. Ihr seid alle unter 30, chapeau! Wo haben sich eure Wege gekreuzt und wie kam es zu der Idee, ein französisches Stadtmagazin zu gründen?
Die vier Gründer des Magazins haben sich 2007 während eines Praktikums bei der Gazette de Berlin kennen gelernt, eine französische Zeitschrift in Berlin, die damals zwei Mal im Monat erschien, jedoch im Januar 2009 eingestellt wurde. Aus diesem Wegfall und aus unseren verschiedenen Erfahrungen im Bereich der deutsch-französischen Medien ging die Idee hervor, ein eigenes monatliches Magazin zu gründen. Wir entschieden uns für ein neues Format (A6/Postkarte), das jünger, praktischer und einfach cooler war. Inhaltlich wollten wir den Schwerpunkt auf das Berliner Kulturleben setzen, das schließlich Dreh- und Angelpunkt der französischen Auswanderer ist.
L’équipe fondatrice de «Berlin Poche » est très jeune, vous avez tous entre 26 et 30 ans, chapeau ! Comment vous êtes-vous rencontrés et d’où est venue l’idée de créer un magazine culturel en français ?
Les quatre fondateurs du magazine se sont rencontrés en 2007, lors d’un stage à la « Gazette de Berlin », un journal à l’époque bimensuel qui ne paraît plus depuis janvier 2009. Des lacunes de ce support et de nos multiples expériences franco-allemandes dans la presse et la radio est née notre envie de fonder notre propre « mag’ » mensuel, au format A6 (plus cool, jeune et pratique) et centré sur la culture berlinoise, principal moteur de l’expatriation francophone.
Wie wurde eure Idee in Berlin aufgenommen? Den Auftakt der ersten Ausgabe machte ein Interview mit Klaus Wowereit, Bürgermeister von Berlin. Nicht schlecht für den Anfang, oder?
Nach sechs Monaten Marktforschung und Rumbasteln am berühmten Businessplan mussten wir das erste Exemplar von Berlin Poche herausbringen, damit man den Sponsoren endlich etwas vorweisen konnte. Es folgten zahllose schlaflose Nächte und plötzlich waren wir mittendrin im Teufelskreis der monatlichen Magazinproduktion. „Wowi“ war unser erster „Berliner des Monats“. Diese Rubrik widmen wir den Ur-Berlinern oder auch Zugezogenen, die wir als besonders berlin- pochesque befinden. Also Personen, die zum einen fest mit der Berliner Kulturszene verwurzelt sind und zum anderen einen gewissen Bekanntheitsgrad unter unseren frankophonen Lesern genießen. „Wowi“ als Auftakt hatte natürlich symbolischen Charakter, auch wenn uns seine Antworten in der typischen Beamtensprache etwas enttäuschten…Das darauffolgende Interview mit der ehemaligen TAZ-Redakteurin Bascha Mika war im Vergleich dazu deutlich spritziger.
Comment cette idée a-t-elle été accueillie ? Klaus Wowereit, maire de Berlin, vous a consacré une interview pour le premier numéro. Plutôt un bon début, non ?
Après six mois de sondages et de rédaction du fameux Businessplan, il fallait que l’on se lance pour que les annonceurs aient enfin un produit en main. Depuis, les pauses se font rares, nous sommes pris dans ce cercle vicieux qu’est la production mensuelle… Wowi fut le premier « Berlinois du mois ». Cette rubrique est dédiée aux Berlinois de naissance ou d’adoption, qui sont, à nos yeux, « berlin pochesque ». Il s’agit de personnes ancrées dans la vie culturelle berlinoise et plus ou moins connues de notre lectorat francophone. Wowi, c’était symbolique pour le premier numéro, même si, comme souvent chez les politiciens, ses réponses « langue de bois » étaient plutôt décevantes… Rien à voir avec l’interview qui suivit, avec l’ex-rédactrice en chef de la TAZ, Bascha Mika.
Worin liegt die Besonderheit von Berlin Poche?
Unser Magazin richtet sich sowohl an alle Frankophonen als auch Frankophilen in Berlin: Touristen, Studenten, kurz- oder langfristig Zugewanderte finden darin jeden Monat eine Auswahl interessanter Veranstaltungen. Unser Ziel ist eine spielerische Annäherung der beiden Kulturen, indem wir auf Französisch über die deutsche Kultur berichten…vom Knödel bis zu Dieter Bohlen. Deutsche und französische Muttersprachler sollen nach der Lektüre von Berlin Poche etwas Neues über ihre Stadt erfahren haben. Darüber hinaus wollen wir unseren Lesern jeden Monat die Orientierung im Labyrinth der Berliner Kulturszene erleichtern. Es vergeht übrigens kein Tag ohne diverse Anfragen von Franzosen, die sich im Berliner Großstadtdschungel verloren haben. Ein Service, den wir gerne freiwillig und (noch) gratis anbieten.
Quelle est la particularité de « Berlin Poche »?
« Berlin Poche » s'adresse à tous les francophones et francophiles de la capitale allemande sans aucune distinction : touristes, étudiants et expatriés de courte comme de longue durée y trouvent une sélection d'événements marquants du mois. Notre but ? Rapprocher de manière ludique les deux cultures en parlant en français de la culture allemande, du Knödel à Dieter Bohlen. Germanophones comme francophones doivent fermer « Berlin Poche » et avoir appris quelque chose sur Berlin. Le magazine a également un but pratique : la survie mensuelle de son lecteur dans ce dédale culturel berlinois. Par ailleurs, il n’y a pas un jour où nous ne répondons à une demande diverse et variée d’un francophone perdu. C’est un service, que nous offrons volontiers (encore) gratuitement !
Welches Feedback bekommt Ihr von euren Lesern? Gab es Reaktionen, die euch besonders ermutigt haben, weiter zu machen?
Wir verlosen jeden Monat Eintrittskarten für verschiedene Veranstaltungen. Dadurch sind wir stetig mit unseren Lesern in Kontakt und freuen uns über die vielen Komplimente. Einige Zusendungen, wie die Folgende eines Lesers, sind immer wieder ein besonderer Antrieb:
„Lehrreich, lebendig und eklektisch sind die Kennzeichen, die mir beim Lesen Ihres Magazins in den Sinn kommen. Als Bürger, der das Berlin vor und nach der Wende erlebt hat, entdecke ich die tausend Facetten dieser so lebendigen und gemütlichen Stadt dank «Berlin Poche» immer wieder neu! Weiter so!“
Ohne diese enthusiastischen Reaktionen der Leser hätten wir besonders in Zeiten knapper Kassen womöglich schon längst das Handtuch geworfen.
Quel est l’écho des lecteurs ? Y a-t-il eu des retours qui vous ont particulièrement encouragés dans votre travail ?
Grâce à nos places à faire gagner tous les mois, nous sommes constamment en contact avec nos lecteurs, et les compliments fusent parfois. Certaines réactions de lecteurs, comme celle ci-dessous, nous encouragent particulièrement :
« Instructif, vivant et éclectique sont les qualificatifs qui me viennent à l’esprit en lisant votre magazine. Ayant connu le Berlin d’avant le Mur et celui de ‘ l’immédiat après-Mur ’, je redécouvre, grâce à vous, les milles facettes de cette ville si vivante et si ‘ gemütlich ’ (convivial en allemand). Continuez ! »
Sans l’enthousiasme des lecteurs, nous aurions déjà mis la clé sous la porte bien des fois, découragés par le manque d’argent entre autres…
Immer mehr Franzosen verfallen dem Charme der Spreemetropole. Neben den wahrhaften Strömen von französischen Touristen steigt auch die Zahl derer, die sich langfristig dort niederlassen, stetig. Was glaubst du, worin liegt diese besondere Anziehungskraft Berlins auf die Franzosen?
Da ist zum einen Berlins Frische dank der vielen Grünflächen, seine Originalität und die ausgeprägte alternative und durchgeknallte Seite der Stadt. Darüber hinaus genießen die Berliner einen außergewöhnlichen Handlungsfreiraum. Hier ist alles erlaubt, doch diese Freiheit hat natürlich ihren Preis: Die Gehälter sind extrem niedrig. Seit unserer Ankunft in Berlin vor fast vier Jahren höre ich vor allem in den jüngeren Vierteln der Stadt, wie Kreuzberg, Neukölln, Prenzlauer Berg und Friedrichshain, immer mehr Leute Französisch sprechen. Berlin bietet Hauptstadtflair zu einem erschwinglichen Preis. Dieses Prinzip überzeugt vor allem junge Menschen, die zum Studieren herkommen und sich dann nicht mehr von der Stadt trennen können. Sie bleiben in Berlin, um ihre Kreativität auszuleben und ihr Leben frei zu gestalten. Viele fangen mit einem Praktikum an und verdienen 400 Euro für eine 40-Stunden Woche. Ein Jahr später sind sie immer noch Praktikant…mit dem gleichen Gehalt. Es gibt wohl keine andere europäische Hauptstadt, in der die Chance so groß ist, im Café oder Restaurant von einem Akademiker bedient zu werden. Nur wenige von ihnen schaffen den Einstieg in einen Beruf, der ihrem Ausbildungsgrad entspricht. Die Arbeitslosenquote hier ist Schwindel erregend. All dies führt natürlich dazu, dass eine besonders lockere Atmosphäre herrscht, die der Stadt einen unvergleichlichen Charme verleiht. Gleichzeitig kann so viel Freiheit auch schnell dazu verleiten, in eine ermüdende Schlaffheit zu verfallen. Kurzum, man kommt nicht nach Berlin, um reich zu werden, sondern um anders zu leben. Die Stadt verspricht vielleicht eine wenig glänzende berufliche Zukunft, dafür aber einen abwechslungsreichen Alltag!
De plus en plus de Français tombent sous le charme de Berlin. Non seulement la ville accueille une véritable foule de touristes français tous les ans, mais ils sont aussi nombreux à s’y installer à long terme. Qu’en penses-tu ? Pourquoi la capitale attire-t-elle autant les Français ?
Tout d’abord, il y a la fraîcheur de Berlin avec ses parcs, son originalité, avec son côté alternatif et déjanté. Au-delà, Berlin offre une énorme liberté d’action à ses habitants. Ici tout est permis, mais évidemment, cette liberté a un prix : on perd la valeur monétaire du travail. Depuis notre arrivée voilà presque quatre ans, j’entends de plus en plus parler français. Surtout à Kreuzberg, Neukölln, Prenzlauer Berg et Friedrichshain, les quartiers les plus jeunes de Berlin. Berlin n’est pas une capitale chère et tout est facile à entreprendre. Beaucoup arrivent étudiants et n’arrivent plus à partir. On s'installe à Berlin pour créer, vivre librement. On commence par des stages payés à 400 Euro par mois pour 40 heures la semaine et un an après on est toujours stagiaire pour le même salaire. Berlin est la capitale européenne où le serveur est le plus diplômé mais reste serveur, à défaut de trouver autre chose. Le taux de chômage ici est démentiel. Tout cela crée une ambiance décontractée qui donne le charme de cette ville. Mais le revers de la médaille est une mollesse éreintante. Bref, on ne vient pas à Berlin pour faire fortune mais pour vivre autrement. Certes, l’avenir professionnel n’est peut-être pas plus reluisant qu’ailleurs, mais le quotidien, oui !
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