


MIT HÄNDEN UND FÜSSEN
PAR LA VOIX ET LE GESTE
Wer denkt, dass man es beim Erlernen einer Fremdsprache nur mit fremden Lauten, unerklärlichen grammatikalischen Strukturen und sinnlos erscheinenden Wortkonstrukten zu tun bekommt, sollte sich auf eine weitere Hürde gefasst machen. Schließlich gibt es ja auch noch die Gestik. Was meint ein Deutscher, wenn er wie wild mit der Handfläche vor der eigenen Stirn herum rudert, und warum dreht der Franzose die Faust vor seiner Nase?
Vous pensez encore que l'apprentissage d'une langue étrangère n'est difficile qu'à cause des sons bizarres, des structures grammaticales incompréhensibles et des constructions sémantiques absurdes auxquels vous êtes confrontés ? Il existe un quatrième obstacle... les gestes ! Que veut dire l'Allemand quand il agite sa paume devant son front comme un fou et pourquoi le Français tord son poing serré devant son nez ?
Dass sich ein Gespräch nicht nur auf Laute und Gesichtsausdrücke beschränkt, sondern auch eine große Anzahl Gesten mit einschließt, ist den meisten klar. Doch wirklich über die eigene Körpersprache denkt man erst dann nach, wenn Giacomo sich mit der Hand schnell unter dem Kinn entlang fährt und man einfach gar nicht versteht, was er damit sagen will. Auf seltsam erscheinende Gesten trifft man aber nicht nur in Italien, dessen Einwohner sofort den ersten Preis in der Kategorie „expressivste und kreativste Gestik“ abstauben würden. Auch Franzosen und Deutsche lieben es, das Gesagte durch eine Geste zu unterstreichen bzw. zu „interpunktieren“ (ponctuer quelque chose d'un geste). Das ist nicht immer nur dann der Fall, wenn man die Sprache des anderen gar nicht kennt und gezwungen ist, mit Händen und Füßen zu sprechen (parler de la voix et du geste), sondern gehört zu jedem normalen Gespräch. Denn die Gestik ist ein wichtiger Teil der „nonverbalen Kommunikation“ und in der Wissenschaft als Gestikforschung zwischen Linguistik, Psychologie, Semiotik und Verhaltensforschung angesiedelt.
Was man mit seinen Händen so alles tun kann – außer sie in die Hosentaschen zu stecken
Die meisten einfachen Gesten wie der erhobene Zeigefinger, der gehobene oder gesenkte Daumen und das Victory-Zeichen sind dabei relativ universell und werden von vielen Gesprächspartnern sofort verstanden. Auch die „Telefonhörergeste“, bei der Daumen und kleiner Finger abgespreizt und die übrigen Finger eingeklappt werden, bevor die Hand ans Ohr geführt wird, ist seit dem Aufkommen des Handys gang und gäbe. Doch gibt es eine ganze Menge anderer Gesten, die kultur- bzw. sprachspezifisch sind und nicht ohne Weiteres von Nichtmuttersprachlern verstanden werden. Was meint z.B. Jacques, wenn er von der letzten Party erzählt und dabei die geballte Faust vor seiner Nase dreht? Wahrscheinlich will er damit ohne viele Worte klarmachen, dass ein Bekannter an diesem Abend ziemlich blau war bzw. „ein Glas in der Nase“ hatte (avoir un verre dans le nez). Wenn er dann aber mit zusammengelegten Daumen und Zeigefinger über den eigenen Mund fährt, versteht auch Hans, dass er sich, was die Vorkommnisse auf der Party angeht, „den Mund zunähen“ (motus et bouche cousue) bzw. stumm wie ein Grab bleiben solle. Will Jacques aber ausdrücken, dass Hans eine tolle Party verpasst habe, fährt er sich mit dem Zeigefinger unter der Nase her, um anzudeuten, dass ihm etwas „unter der Nase vorbeigefahren“ sei (passer sous le nez de quelqu'un).
Solange sich Gesten im neutralen oder lustigen Bereich befinden, kann ein Nicht- oder Missverstehen noch keinem den Hals brechen. Doch wenn es sich um potentielle Beleidigungen handelt, sollte man seine Gestik lieber etwas zügeln. Ein besonders gutes Beispiel für die Vieldeutigkeit einer Geste ist die Fingerrundung, bei der Daumen und Zeigefinger zu einem Kreis zusammengeführt und die Hand bei leicht angewinkeltem Arm vom Sprecher weggestreckt wird. Was in Deutschland fast immer als Zeichen für okay – in Anlehnung an das O – aufgefasst wird, kann in Frankreich bei entsprechend unzufriedenem Gesichtsausdruck auch schon mal nul, bof oder mauvais („doof, langweilig, schlecht“) heißen. Wer die gleiche Geste allerdings in südlicheren Ländern gebraucht, sollte sich schleunigst in Sicherheit bringen, da sie dort nicht selten als schwere Beleidigung mit sexueller Konnotation aufgefasst wird. Da sollte man es dann doch lieber bei einem einfachen „okay“ belassen oder den nach oben gestreckten Daumen bevorzugen – auf die Gefahr hin, dass dies im Restaurant als eine Bestellung missverstanden wird und der Kellner einem ein Getränk vor die Nase setzt.
Aufgepasst! Nicht alle Gesten sind so harmlos oder leicht verständlich, wie sie scheinen
Überhaupt werden besonders dann Gesten eingesetzt, wenn man sich über die Dummheit oder Verrücktheit einer anderen Person beklagt oder lustig macht, ohne dies allerdings ausdrücklich sagen zu wollen. So kennt die Handbewegung, mit der man einem anderen einen Vogel zeigt (traiter quelqu'un de cinglé) unendliche Variationen. Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich beschränkt man sich meist darauf, mit dem Zeigefinger an die eigene Schläfe zu tippen und dabei den Kopf in die Richtung der entsprechenden Person zu neigen. Wenn die Dummheit des anderen allerdings ganz unerträglich scheint, nehmen die Deutschen gerne Zuflucht zur „Scheibenwischergeste“, die auch für einen Franzosen leicht verständlich ist, und bedeuten dem Gesprächspartner durch schnelles Auf- und Abfahren mit der Handfläche vor der eigenen Stirn, dass er ein Idiot sei. Geht es um die eigene Dummheit, schlägt man sich in beiden Ländern mit der flachen Hand auf die Stirn und deutet so Unverständnis oder Bestürzung über das eigene unsinnige Tun an. Will Hans sich aber über Jacques lustig machen und ihm eine lange Nase zeigen oder drehen (faire un pied de nez à quelqu'un), setzt er die ausgestreckte Hand mit der Daumenspitze an der Nase an und bewegt die restlichen Finger schnell nach rechts und links.
Wer aber die höheren Weihen der Gestik erhalten will, kommt um eine Reise nach Italien nicht herum, schließlich sind die Bewohner des Stiefels die unangefochtenen Könige des Händeringens. Beinahe scheint es, als ob die Italiener für jede mögliche oder unmögliche Situation eine ganz bestimmte Geste einsetzten, und die Zahl an Hand- und Fußbewegungen, mit denen ein Gespräch untermalt wird, ist schier unendlich. Das reicht von einem schnellen Zusammenschlagen von Zeige- und Mittelfinger auf Hüfthöhe als Andeutung, dass man Pasta kochen wolle (una spaghettata), über das Drehen des rechten Zeigefingers auf der eigenen Wange, um zu zeigen, dass es einem gut schmecke, bis zu der eindrucksvollen und für Nichtitaliener schwer zu imitierenden Vaffanculo-Geste: Indem man den rechten Arm ausgestreckt, die Hand zur Faust ballt und mit der linken Hand schwungvoll in die rechte Armbeuge schlägt, bedeutet man dem Angesprochenen in sehr derber Weise, dass er einem den Buckel herunterrutschen könne. Die meisten italienischen Gesten sind aber äußerst schön und an einem späten Sommerabend mit einer guten Flasche Chianti lassen sie sich immer noch am Besten studieren: verrückte Missverständnisse und Lachanfälle garantiert!
Nous savons tous qu'une conversation ne se limite pas seulement aux sons et aux expressions du visage, mais qu'elle comprend également un grand nombre de gestes. Or, notre propre langage corporel ne nous permet pas toujours de comprendre ce que veux dire Giacomo lorsqu'au milieu d'une conversation, il passe sa main rapidement sous son menton. Mais il n’y a pas qu’en Italie que l’on peut être confronté à des gestes apparemment bizarres, bien que ses habitants gagneraient certainement le premier prix dans la catégorie « gestuelle la plus expressive et créative du monde ». Les Français et les Allemands aiment également ponctuer leur discours de gestes ou, comme on dit en allemand, le « souligner » (etwas durch eine Geste unterstreichen). Et nous n’agissons pas ainsi uniquement lorsqu’une mauvaise connaissance de la langue nous contraint à ajouter le geste à la parole (mit Händen und Füßen sprechen). En effet, les mouvements des mains et des pieds ont une place dans toute conversation normale car la gestuelle est une part importante de la « communication non-verbale ». Sa science se situe entre la linguistique, la psychologie, la sémiotique et la science du comportement.
Tout ce qu'on peut faire avec ses mains – sauf les mettre dans ses poches
La plupart des gestes simples, comme l'index levé, le pouce levé ou baissé et le signe de victoire, sont relativement universels et facilement compréhensibles pour beaucoup d'interlocuteurs. En outre, le « geste téléphonique » (levez le pouce et le petit doigt, pliez les autres doigts et levez la main à votre oreille) est d'usage courant depuis l'avènement des portables. Mais il existe un grand nombre d'autres gestes spécifiques à des cultures et langues étrangères que les non-locuteurs natifs ne comprennent pas aussi facilement. Que veut donc dire Jacques quand il parle d'une fête bien arrosée et tord son poing serré devant son nez ? Pour les Français, il est clair qu'il veut dire avec peu de mots qu'un de ses amis avait un coup dans le nez. Mais quand il passe son pouce et son index simultanément sur sa bouche, même Hans comprend qu'il devrait rester motus et bouche cousue ou être « muet comme une tombe » (stumm wie ein Grab) quant aux événements de la fête. Et si Jacques veut dire à Hans qu'il a raté une bonne soirée, il passe son index rapidement sous son nez pour signifier que la fête lui est passée sous le nez.
Comprendre de travers des gestes humoristiques ou neutres n’aura pas de conséquence grave mais s’il s'agit d'insultes potentielles, il vaudrait mieux faire attention à sa gestuelle. Un bon exemple en ce qui concerne l'ambiguïté d'un geste est le cercle formé avec le pouce et l'index, en pliant le bras et en tendant la main loin du corps. En Allemagne, ce geste est presque toujours compris comme un signe d'accord – car le « o » formé par les doigts rappelle le mot okay - mais en France, le cercle des doigts peut aussi signifier nul, bof ou mauvais, s’il est accompagné d'une expression du visage d'insatisfaction. En revanche, dans les pays du Sud, il vaudrait mieux ne pas utiliser ce geste car il y est souvent considéré comme une insulte grave avec une connotation sexuelle. Vous feriez donc mieux de prononcer un simple okay ou de lever le pouce, au risque qu'au restaurant ce geste soit compris comme la commande d'une boisson !
Attention ! Les gestes ne sont pas aussi inoffensifs ou compréhensibles qu'ils le semblent
Nous utilisons souvent des gestes pour nous plaindre ou nous moquer de la stupidité ou de la folie d'une autre personne, mais sans vouloir le dire explicitement. Par exemple, le mouvement de la main avec lequel nous traitons quelqu'un d'autre de cinglé (jemandem einen Vogel zeigen) connaît des variations infinies. En France aussi bien qu'en Allemagne, on se tape les tempes avec l'index, en inclinant la tête vers la personne en question. Mais quand la stupidité de l'autre semble vraiment insupportable, les Allemands ont souvent recours au « geste essuie-glace » et font comprendre son idiotie à leur interlocuteur en agitant la paume de la main rapidement devant leur propre front, geste qui est aussi compréhensible pour les Français. Quand c’est de sa propre stupidité dont il s’agit, on se frappe le front avec la paume pour exprimer son incompréhension ou sa consternation face à ses propres actions absurdes. Mais quand Hans veut se moquer de Jacques et lui faire un pied de nez (jemandem eine lange Nase zeigen oder drehen), il touche son nez avec la pointe de son pouce, la main tendue, et agite les autres doigts rapidement de droite à gauche.
Néanmoins, un voyage en Italie semble incontournable si l’on veut recevoir une leçon de gestuelle, car les habitants de ce beau pays ne sont pas appelés pour rien « les rois des gestes ». Il semble presque que les Italiens aient un geste spécifique pour chaque situation, aussi absurde soit-elle, et le nombre de mouvements des mains et des pieds avec lesquels une conversation peut-être illustrée, semble infini. Par exemple, taper l'index et le majeur rapidement l'un contre l'autre à la hauteur des hanches peut être le signe qu'on veut faire des pâtes (una spaghettata) tandis que tourner l'index droite sur sa joue signifie que le repas qu'on est en train de manger est délicieux. Mais c'est avant tout le geste vaffanculo qui est très difficile à imiter pour les étrangers : le bras droit tendu et le poing serré, Giacomo frappe avec vivacité dans la saignée du bras droit de sa main gauche pour faire comprendre à son interlocuteur, d'une manière très grossière, qu'il devrait lui lâcher les baskets. Mais la plupart des gestes italiens sont très beaux et il est toujours agréable de les étudier par un beau soir d’été, autour d'une bonne bouteille de Chianti : malentendus comiques et fous rires garantis !
Links
Liens
Kommentare
commentaire
Als Ergänzung zum Unterricht können wir sofatutor sehr empfehlen. Bei...


