Das europäische Architekturhaus Oberrhein in Straßburg
Die Architekturtage fanden erstmals im Oktober 2000 auf Initiative des Regionalrats der elsässischen Architektenkammer statt. In den nachfolgenden Jahren fand die Veranstaltungen jedes Mal eine größere Resonanz in immer mehr teilnehmenden Städten. Angesichts des steigenden Erfolgs wurde im Oktober 2005 der Verein Die Architekturtage gegründet und gleichzeitig als europäisches und grenzüberschreitendes Architekturhaus ins französische Netzwerk der Architekturhäuser integriert.
Der Verein Die Architekturtage, seit Juli 2010 unter dem Namen Europäisches Architekturhaus - Oberrhein, setzt sich zum Ziel, das Interesse der breiten Öffentlichkeit für die Architektur zu wecken. Mittels französischer, deutscher und schweizer Veranstaltungen rund um diese Kunst unter den verschiedenen Gesichtspunkten wie Problemstellungen, Umsetzungen und Akteure strebt er nach der Entstehung einer gemeinsamen Architekturidentität auf beiden Seiten des Rheins. Der Verein und dessen Mitglieder - in enger Zusammenarbeit mit den öffentlichen Behörden, den Bauherren und Institutionen - streben nach der Demokratisierung der Architektur und der Förderung des interkulturellen Dialogs und Austausches im Dreiländereck.
Die Architekturtage: Das Konzept
Kinder und ihre Familien, Architekturkenner und Neugierige, Studierende der Architektur und vor allem auch junge Mitbürger sind angesprochen.
Mit dem Ziel, die Architektur so vielen Menschen wie möglich näher zu bringen, findet mit den Architekturtagen seit nunmehr elf Jahren ein Ereignis statt, das sich über viele Grenzen hinweg setzt: Sowohl über die Ländergrenzen als auch über diejenigen zwischen Generationen, Kulturen, Kennern und Neugierigen.
Während der Architekturtage wird der Besucher zu einem Bürger, der sich als Teil seiner Stadt sieht, und der mit offenen Augen das städtische Umfeld, in dem er sich Tag für Tag bewegt, neu entdeckt. Auf dem Programm stehen Workshops und Wettbewerbe für Erwachsene und Kinder, Begegnungen mit deutschen, schweizer und französischen Fachleuten, Spaziergänge und Touren mit dem Rad oder auf dem Schiff im Elsass, in Baden-Württemberg und in Basel, Besichtigungen von Baustellen und neu fertig gestellten Gebäuden, Diskussionsrunden und Vorträge: Umwelt, Stadtplanung, Weltarchitektur usw., Ausstellungen (Photographien, Entwürfe, Malerei usw.), verschiedene Live-Vorführungen (Tanz, Musik, Theater), Kinovorführungen und Videoprojektionen.
Ein großer Erfolg
2010 zählten die Architekturtage insgesamt 78.000 Besucher auf den 174 Veranstaltungen, die in über ein Dutzend Städten der drei Länder organisiert worden waren und sowohl bei den Fachleuten aus dem Bereich der Architektur, bei den Studierenden sowie beim breiten Publikum auf große Resonanz stießen.
Das Motto 2011: Architektur nach Maß
In einer Zeit, in der Gebäude häufig wie „Produkte“ behandelt werden, in der das Bauen immer mehr Normen unterliegt und diese immer enormer werden, bleibt da überhaupt noch Platz für „Architektur nach Maß“ und „Ermessen“? Großbauprojekte schießen wie Pilze aus dem Boden. Fragt noch irgendjemand nach Maß oder viel eher Maßlosigkeit? Mit anderen Worten: Impliziert „Wohnen“ „nach Maß“? Und wenn ja, wonach sollen wir uns richten? Dem Menschen? Der Gemeinschaft? Der Stadt? Der Landschaft?
Erster Höhepunkt ist am 7. Oktober die feierliche Eröffnung des diesjährigen Festivals im Straßburger Zénith. Die größte Konzerthalle Frankreichs empfängt hierbei seinen Erschaffer, den italienischen Architekten Massimiliano Fuksas, der einen Vortrag über „Unmögliche Geometrien“ halten wird. In Deutschland realisierte Fuksas zuletzt das Einkaufszentrum MyZeil in Frankfurt am Main.
Eine weitere Besonderheit ist auch die trinationale Ausstellung „Architektur ergreift soziale Maßnahmen“. In den Städten Offenburg, Basel und Mulhouse präsentiert sie Sozialwohnungen, seien sie neu oder saniert, die Architekten der Oberrheinregion realisiert haben. Angesichts der Kritiken dieser Art von Bauten geht es darum, deren menschliche und innovative Dimension zu betonen: Welche Gedanken kann man sich zu einer „sozialen“ Architektur nach Maß machen?
Die 11. Architekturtage stehen unter der Schirmherrschaft von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Philippe Richert, Präsident des elsässischen Regionalrates, Urs Wühtrich-Pelloli, Vize-Präsident der Oberrheinkonferenz und Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft sowie Denis Louche, Leiter der elsässischen Direktion für kulturelle Angelegenheiten.
Alle Veranstaltungen (außer Kinovorführungen) sind kostenlos. Detaillierte Informationen gibt es auf der zweisprachigen Homepage unter www.ja-at.eu










