Händeschütteln in Deutschland, Küsschen in Frankreich
In Deutschland, das weiß jeder, gibt man sich zur Begrüßung die Hand. In Süddeutschland jedoch ist es normal, dass sich Familienmitglieder und Freunde mit zwei „Bussi“ auf die Wange begrüßen - hier spürt man die Nähe zum französischen Nachbarn. Und dort? Die klassische Anzahl des „bisou“ zur Begrüßung variiert je nach Region: Im Süden drei Küsschen, in der Region Paris gar vier, und in anderen Regionen nur zwei Küsschen rechts und links. Jedoch küssen sich die Männer bei der Begrüßung nicht immer - das ist abhängig von der Enge der Beziehung. Wer genau beobachtet, kann auch sehen, welche „bisous“ der Form halber ausgetauscht werden und wo sie von Herzen kommen!
Brüderküsse in Osteuropa, Handküsse in Österreich
Geküsst wird auch in anderen Ländern: Den „russischen Brüderkuss“ - Küsschen rechts, links, dann auf den Mund - gibt es in vielen Ländern Osteuropas, so etwa auch in Bulgarien, wo auch eine herzliche Umarmung nicht fehlen darf. Handküsse sind in Österreich (mit dem klassischen Satz: „Küss die Hand, Madame!“) und in Polen nicht nur gegenüber kirchlichen Würdenträgern immer noch Tradition. Meist wird der Handkuss hier aber nur angedeutet.
Seltener Körperkontakt
Die Briten geben sich weit weniger häufig die Hand als wir. Bei der klassischen Begrüßungsfrage „How do you do?“ (Wie geht es Ihnen?) wird auf keinen Fall eine ehrliche Antwort erwartet, sondern lediglich - na was wohl! - die Höflichkeitsfloskel „How do you do“! Küssen gehört in England zur Intimsphäre und wird selten in der Öffentlichkeit gezeigt.
Die Unterschiede zwischen Süden und Norden
In der Regel kann man sagen, dass der Körperkontakt in Südeuropa (Spanien, Portugal, Italien,...) ausgeprägter ist als in Nordeuropa (Schweden, Finnland,..). In Griechenland kann es gar als Beleidigung aufgefasst werden, wenn man die ausgestreckte Hand mit der Handfläche hinstreckt.
Achtung Fettnapf! Wer nach Frankreich fährt, sollte unbedingt die „faux amis“, die falschen Freunde, vermeiden: Das Wort „bisou“, vergleichbar mit dem deutschen Bussi, stammt zwar vom Wort „un baiser“, ein Kuss, ab. Jedoch sollte man das Verb „sich küssen“ niemals mit „se baiser“ übersetzen! Dafür verwendet man das Verb „s'embrasser“.... (Und wer jetzt neugierig geworden ist, schaut im Wörterbuch nach!). Kleine Hinweise für die Begrüßungsarten in anderen Ländern gibt es zuhauf im Internet zu finden. Und wer doch mal etwas hilflos ist, weil er nicht weiß, wie er sich verhalten soll: Einfach zurückhalten und schauen, wie es denn die Einheimischen machen - oder auch nachfragen, wie man das denn so bei ihnen so macht, mit dem Guten-Tag-sagen....!





