Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert (1871-1925)
Der in Heidelberg geborene Sozialdemokrat Friedrich Ebert war bereits früh politisch in der SPD aktiv. Nach dem Sieg der Novemberrevolution 1918 und der Ausrufung der Republik am 9. November 1918 befürwortete er das Modell der parlamentarischen Demokratie und setzte sich bei den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung durch, die ihn am 11.2.1919 zum Reichspräsidenten ernannte. In seinem Testament regte er zur Gründung einer Stiftung an, die folglich im Jahr 1925, nur wenige Tage nach seinem Tod, gegründet wurde. Da sie der SPD nahestand, wurde die FES 1933 von den Nationalsozialisten verboten. 1947 erfolgte die Wiederbegründung.
Hauptziele der Stiftung
Die Förderung begabter junger Menschen ist der Friedrich-Ebert-Stiftung besonders wichtig. Durch Stipendien soll ihnen, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern der Zugang zum Hochschulstudium ermöglicht werden. Weitere wichtige Punkte sind die politische und gesellschaftliche Bildung von Menschen aus allen Lebensbereichen im Geiste von Demokratie und Pluralismus sowie die Förderung der internationalen Verständigung und Zusammenarbeit.
Die Stiftung beschäftigt über 620 hauptamtliche Mitarbeiter (Ende 2010) im Bonner und Berliner Haus, in ihren Landes- und Regionalbüros, den Akademien sowie in 100 Auslandsvertretungen. Sie finanziert sich vor allem aus Zuwendungen aus dem Bundes- sowie den Länderhaushalten.
Hauptachsen der konkreten Stiftungsarbeit: Politische Bildung – Internationale Arbeit – Studienförderung
Die formulierten Ziele setzt die Stiftung konkret in drei Hauptachsen um.
Als parteinahe Stiftung bildet die politische Bildungsarbeit die erste Hauptachse. Die Stärkung der sozialen Demokratie ist ihr Leitziel: „Die politischen Bildungsveranstaltungen sollen die Urteils- und Handlungskompetenz der Bürger erweitern, sie motivieren und zum Engagement im politischen Ehrenamt befähigen.“ Um diesem Ziel gerecht zu werden, werden pro Jahr bundesweit rund 2500 Veranstaltungen mit circa 150.000 Teilnehmern angeboten. Ferner gibt die FES jährlich zahlreiche Publikationen zu verschiedenen politischen und wissenschaftlichen Themen heraus.
Ergänzend hierzu verfügt die Stiftung über die größte Spezialbibliothek zum Thema deutsche und internationale Arbeiterbewegung mit über 880.000 Bänden und über die weltweit umfangreichste Sammlung von Materialien zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Deutschland.
Die internationale Arbeit ist ein weiterer Schwerpunkt. Mit ihren Auslandsprojekten möchte die FES „Demokratie und Entwicklung fördern, zu Frieden und Sicherheit beitragen, die Globalisierung sozial gestalten und die Erweiterung und Vertiefung der Europäischen Union unterstützen.“ Konkret heißt dies, aktiv den „Aufbau und die Konsolidierung starker und freier Gewerkschaften“ zu fördern, für Menschenrechte sowie für die Gleichstellung der Geschlechter einzutreten.
Die dritte Hauptachse ist die Studienförderung. Die Friedrich-Ebert-Stiftung sieht sich den Grundwerten der sozialen Demokratie - Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität - verpflichtet. Das auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgehaltene „Recht auf Bildung“ soll hier in die Tat umgesetzt werden. Damit dies nicht am Geld scheitert, möchte die Studienförderung der FES talentierten jungen Menschen aus einkommensschwachen Familien die nötige Unterstützung für eine bestmögliche Ausbildung bieten. Auch Migranten und Migrantinnen werden hierbei besonders berücksichtigt. Bei diesem Programm geht es nicht nur um finanzielle Zuschüsse, sondern auch um Beratung und aktive Angebote an die Adresse der Studierenden. Diese sind hierbei frei und unabhängig, sollen ihre soziale Kompetenz stärken und sich zu einem verantwortungsvollen Bürger entwickeln. Im Jahr 2010 wurden so insgesamt über 2700 Personen mit circa 18 Millionen Euro gefördert, der Migranten- und Migrantinnen-Anteil betrug dabei knapp 25 %. Voraussetzung für die Förderung sind sehr gute schulische und universitäre Leistungen sowie gesellschaftliches Engagement. Der erste Schritt hierfür ist eine Online-Bewerbung über die Homepage der Stiftung.










