Anlass zur Gründung und Ziele der Stiftung
Konkreter Anlass für die Gründung der Stiftung war die Ansiedlung des deutschen Sekretariats des deutsch-französischen Kulturrats in Saarbrücken. Um die Institution rechtlich und unabhängig einbinden zu können, wurde eine Stiftung ins Leben gerufen. Das aus saarländischen Mitteln finanzierte Jahresbudget liegt bei über 110.000 €.
Wie der Name der Stiftung bereits verrät, fördert sie in erster Linie kulturelle Projekte mit deutsch-französischen Inhalten. Aufgrund der Regionalität der Stifter waren dies in den letzten Jahren insbesondere Projekte in der Grenzregion Saarland/Lothringen/Luxemburg. Die Bandbreite der Projekte ist dabei groß: So fördert und förderte sie den ersten deutsch-französischen Chanson- und Liedermacherpreis für Solokünstler, den Lux-Filmpreis des Europäischen Parlaments, die Initiative „Synagoge Fénétrange“, das Buchprojekt „Rolands Europäische Wege“, die trinationale Jugenzeitschrift „EXTRA“, Podiumsdiskussionen und vieles mehr.
„Perspectives“: Deutsch-französisches Festival der Bühnenkunst
Nach einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Saarland, der Stadt Saarbrücken und dem französischen Département La Moselle im Jahr 2007 ist die Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit Rechtsträgerin des deutsch-französischen Theaterfestivals. Diese jährlich stattfindende Veranstaltung ist das Aushängeschild der Stiftung. Sie widmet sich der deutschen und der französischen Bühnenkunst gleichermaßen. Ob Zirkus, Tanz, Theater oder Straßenperformance – dieses rund zweiwöchige Festival „Saarbrücken – La Moselle“ ist zu einer festen Institution im regionalen Veranstaltungskalender geworden. In diesem Jahr feierte das Festival seinen 35. Geburtstag. Hier hat das Publikum die Möglichkeit, die zeitgenössische Bühnenkunst von der anderen Rheinseite kennenzulernen.
Die „Sulzbacher Salzmühle“: Deutsch-französischer Chanson- und Liedermacherpreis
Die 1. Auflage dieses Wettbewerbs, auf dem der Gewinner mit der „Sulzbacher Salzmühle“ ausgezeichnet wird, fand im Herbst 2011 statt. Die nächste Auflage ist für März 2013 geplant. Es ist eine Hommage an den französischen Liedermacher Georges Brassens. Bei diesem Festival mit über einhundert Bewerbungen werden von einer Jury fünf Gewinner ausgewählt. Ziel ist es, dem in Frankreich und Deutschland bedeutenden Genre Chanson / Liedermacher (auteur-compositeur) ein niveauvolles Forum zu bieten. Der Stadtname „Sulzbach“ kommt vom Ausdruck „Sulze“, was für salzhaltige Quellen steht. Daher auch die Verleihung der „Salzmühle“.
„Rolands Europäische Wege“: Buchprojekt
Die Stiftung fördert auch Publikationen im deutsch-französischen Bereich, jedoch nur, wenn diese mit einer Veranstaltung im Zusammenhang stehen. Ein besonders interessantes Projekt ist hierbei das Buch „Rolands Europäische Wege“. Wer kennt ihn nicht, die Sagengestalt Roland, den Feldherrn von Karl dem Großen? Zwölf Autoren haben sich mit dem mittelalterlichen Ritter auseinandergesetzt. Es gibt Rolandsäulen in Bremen, Aachen, Bratislava, Prag, Riga, Toulouse oder Verona. Das berühmte Rolandslied wurde zu einer Art französisches Nationalepos und inspirierte viele Edelleute, in den Kreuzzug zu ziehen. Das Rolandslied zählte ferner zum Repertoire von Sängern, Erzählern und Gauklern und wurde so in ganz Europa verbreitet. Die Figur des Ritters Roland und die verschiedenen Bedeutungen werden in diesem Buch von Historikern, Journalisten und Germanisten unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet.
Die trinationale Jugendzeitschrift EXTRA
In diesem Jahr erscheint bereits die 9. Ausgabe der deutsch-französisch-luxemburgischen Jugendzeitschrift EXTRA. In Zusammenarbeit mit den regionalen Tageszeitungen Saarbrücker Zeitung (Deutschland), Tageblatt (Luxemburg) und Le Républicain Lorrain (Frankreich) erstellen als „Redakteure“ ernannte Jugendliche aus den drei Ländern ihre gemeinsame Zeitungsbeilage – die Artikel sind bunt gemischt, auf Deutsch oder Französisch geschrieben. In gemeinsamen Redaktionssitzungen in Saarbrücken, Metz und Luxemburg besprechen sie die Inhalte, schreiben über Themen, die sie bewegen. Sie sind auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, die Jugendliche an ihre Nachbarn haben. Seit 2004 erscheint die Jugendzeitschrift drei Mal jährlich als Sonderbeilage in einer Gesamtauflage von 350.000 Exemplaren in allen drei Tageszeitungen – dies sind circa eine Million Leser pro Ausgabe.
Wer Lust hat, in diesem Jahr beim Projekt als Jungredakteur mitzumachen, kann der Stiftung eine Kurzbewerbung per Mail zusenden: info@stiftung-dfkultur.org.








