


DER ANDERE BIN ICH:
BLEIBT DER HOMO ERASMUS NUR UNTER SEINESGLEICHEN?
L’AUTRE, C’EST MOI :
L’HOMO ERASMUS RESTE T-IL PARMI LES SIENS?
Erasmus kennen wir alle. Unnötig zu erwähnen, dass es sich um ein universitäres Austauschprogramm handelt, welches europäischen Studenten einen ein- oder zweisemestrigen Aufenthalt im Ausland ermöglicht. Das Erasmusleben glauben wir alle zu kennen. Der Film „L’auberge espagnole – Barcelona für ein Jahr“ hat dieses sowohl in Frankreich als auch in Deutschland beliebt gemacht, doch gleichzeitig stark stereotypisiert. Der Mythos eines engeren Verhältnisses zum Aufnahmeland, so wie es in den Werbe- und Infokampagnen für Austauschprogramme angepriesen wird, existiert er wirklich? Nehmen wir mal das Beispiel Berlin und Lille.
Erasmus, on connait tous. Pas besoin de dire que c’est un programme d’échange universitaire qui permet aux étudiants européens d’aller passer un ou deux semestres de leur cursus dans un pays étranger. La vie Erasmus, on pense tous la connaître. Le film « L’Auberge Espagnole » l’a popularisée en France et en Allemagne, tout en la stéréotypant. Le mythe d’un contact rapproché avec le pays d’accueil prôné par les campagnes de promotion du programme d’échange existe-t-il réellement ? Prenons l’exemple de Berlin et de Lille.

Elise, Juliette und Simon sind alle drei französische Studenten an der Freien Universität Berlin. Sebastian macht gerade seinen Master an der Universität Potsdam. Letztes Jahr hat er ein Semester am Politikwissenschaftlichen Institut der Universität Lille 2 verbracht. Trotz ihrer unterschiedlichen Blickwinkel betonen sie alle, dass es einen mangelnden Kontakt zwischen den internationalen und lokalen Studenten gäbe. Sowohl in Lille als auch in Potsdam beobachtet Sebastian: „Die Erasmusstudenten bilden kleine Grüppchen.“ Juliette, Wirtschaftsstudentin, bestätigt: „Es ist überall ähnlich. Zwangsläufig bleiben auch die Deutschen unter sich.“ Die Distanz scheint also von beiden Seiten auszugehen.
Außerdem unterscheidet sich die Organisation der Kurse an den beiden Universitäten stark voneinander, was diese Kluft noch vergrößern kann. „In Lille hatte ich nur Vorlesungen und keine Gruppenarbeiten. Also fühlst du dich immer außen vor und bist nicht Teil“, beschreibt Sebastian. „Ich hätte zum Beispiel gern mit Franzosen an einem Referat gearbeitet.“
In Frankreich sind die französischen Studenten neben den Vorlesungen noch einmal in kleine Übungsgruppen eingeteilt, welche ein Semester lang den gleichen Stundenplan haben, während die Erasmusstudenten ihre Kurse in Absprache mit ihrem Koordinator vor Ort auswählen. In Berlin können alle Studenten, egal ob Erasmus oder nicht, ihren Stundenplan selbst zusammenstellen, indem sie Kurse aus dem Vorlesungsverzeichnis aussuchen. „Ein System à la carte“, resümiert Simon. Als Student der Englischen Philologie hat er hier keinen Kurs auf Deutsch und seinen Stundenplan örtlich zweigeteilt. „In dem großen Hauptgebäude, Silberlaube, habe ich meinen Kurs in Englischer Philologie. Die Leute verschwinden schnell nach dem Unterricht. Weil wir uns dreizehn Mal im Semester (ein Mal pro Woche) sehen, haben wir nicht viel Zeit, um uns kennenzulernen. Für meine Kurse am Institut für Nordamerikanische Studien bin ich inmitten anglophoner Studenten. Das ist ein kleinerer Rahmen, ich treffe viele deutsche Studenten mit den gleichen Kursen wie ich.“ Es scheint also, je kleiner die Unterrichtsräume und Flure sind, desto mehr schrumpft die Distanz zwischen den Studenten.
Der mangelnde Kontakt mit den heimischen Studenten kann manchmal ebenjene recht anziehend machen, zum Nachteil der anderen Nationalitäten. „Wenn du zu sehr von Erasmusstudenten umgeben bist, hast du danach weniger Lust, auf einen Italiener als auf einen Deutschen zuzugehen, wenn du einen triffst“, gibt Elise, Studentin der Angewandten Sprachwissenschaften, zu. Aber sie erkennt, dass etwas Erzwungenes auch keine Lösung ist. Nach vier Monaten in Berlin „fängt es jetzt erst richtig an. Am Anfang war es eher eine Entdeckungsphase.“ Man muss Geduld haben, da sind sich alle einig. Unter der Bedingung, die Hände nicht in den Schoß zu legen.
Die Lösung: sich einbringen, sich interessieren
Wie man vermeiden kann, ein passives Opfer des „Erasmussyndroms“ zu werden, erklären Ratschläge und Ideen von allen Seiten. Die erste Hürde, welche es zu nehmen gilt, ist laut Sebastian die Sprachbarriere. „Einige französische Studenten in Potsdam verstehen nichts im Kurs“, bedauert er. „Das ist eine Willensfrage. Mit den anderen deutschen Studenten im Erasmus haben wir uns gezwungen, unter uns nur Französisch zu reden.“ Und was ist mit den Organisationen speziell für internationale Studenten? Die Zielgruppe derartiger Organisationen kritisiert deren Angebote nachdrücklich für ihre „Partyatmosphäre“, egal ob in Deutschland oder Frankreich. Simon schwört auf mehr „Organisationen, die Treffen und Gespräche zwischen lokalen und internationalen Studenten realisieren; keine Abende im Club, wo man sich nicht unterhalten kann.“ Er hat sogar einen ersten Schritt auf die deutschen Studenten zu gemacht, da er momentan in der Caféteria des Instituts für Nordamerikanische Studien ehrenamtlich aushilft. Er garantiert: „Sogar wenn man nicht sehr gut Deutsch spricht, macht man schneller Bekanntschaften, wenn man sich einbringt.“
Einige Studenten kannten schon jemanden in der Stadt, welche sie für ihren Aufenthalt auswählten. Wenn dies nicht der Fall ist, ist das Tandem-Programm ein Weg, um einen lokalen Studenten kennenzulernen, indem man die Sprache des jeweils anderen praktiziert und seine Kultur entdeckt (siehe Artikel Tandem). Juliette hat einen Sprachpartner gefunden, aber gibt zu, dass sie sich öfter sehen müssten. Denn das Tandem ist nur wirkungsvoll, wenn beide Seiten motiviert sind, sich regelmäßig zu treffen.
Sollte man also letztendlich alle Brücken mit den anderen Erasmusstudenten abbrechen? Sebastian empfiehlt, „ein bisschen weniger Zeit mit ihnen zu verbringen“, vielleicht um die Möglichkeit, sich in das Gastland einzugliedern, wirklich anzupacken. Juliette betont ihrerseits, dass der interkulturelle Austausch mit anderen internationalen Studenten Teil der Erasmuserfahrung ist. „Ich werde mich nicht davon fernhalten.“ Elise zieht die Schlussfolgerung: „Jeder Erasmusstudent ist anders. Man muss sich keine Fragen stellen. Du machst deine eigene Erfahrung, wie du willst.“
Elise, Juliette et Simon sont tous étudiants français à l’Université Libre de Berlin. Sebastian est en Master à l’Université de Potsdam. L’année dernière, il a étudié à l’Institut d’Etudes Politiques à l’Université Lille 2 pendant un semestre. Leurs points de vue croisés s’accordent pour souligner le manque de contact entre les étudiants internationaux et les étudiants locaux. A Lille mais aussi à Potsdam, Sebastian observe que « les Erasmus se rassemblent en petits groupes ». Juliette, étudiante en Économie, confirme : « C’est partout pareil. Forcément, les allemands restent aussi entre eux ». La distance semble donc être un résultat des deux parties.
De plus, l’organisation des cours diffère entre les deux Universités et peut aussi accentuer ce fossé. « A Lille, je n’avais que des cours magistraux, pas de travaux en groupe. Du coup, tu te sens toujours comme un extra dans l’amphithéâtre, tu n’es pas partie intégrante », décrit Sebastian. « J’aurais voulu travailler avec des Français sur une présentation orale, par exemple. »
En France, les étudiants français sont répartis en groupes de Travaux Dirigés qui partagent le même emploi du temps pour un semestre, alors que les Erasmus choisissent leurs cours en accord avec leur professeur coordinateur. A Berlin, tous les étudiants peuvent organiser eux-mêmes leurs emplois du temps en choisissant leurs cours dans le catalogue (Vorlesungsverzeichnis), peu importe leur situation. « Un système à la carte », résume Simon. En tant qu’étudiant en LLCE Anglais, lui n’a aucun cours en allemand et partage son emploi du temps à Berlin en deux. « Dans le grand bâtiment principal, Silberlaube, pour mes cours en Philologie Anglaise, les gens disparaissent rapidement après le cours. Puisque l’on se voit treize fois dans le semestre (une fois par semaine), on n’a pas trop le temps de sympathiser. Pour mes cours à l’Institut d’Études Nord-Américaines, je suis immergé au sein des étudiants anglophones. C’est une petite structure, je rencontre énormément d’étudiants allemands avec les mêmes cours que moi. » Il semble donc que moins les couloirs sont larges, plus la distance entre étudiants rétrécit.
Le manque de contact peut parfois provoquer un attrait vers l’étudiant local, au détriment des autres nationalités. «Lorsque tu restes trop entre étudiants Erasmus, tu as ensuite moins envie d’aller vers un Italien qu’un Allemand, quand tu en rencontres un », admet Elise, étudiante en LEA. Mais elle reconnaît que forcer la chose n’est pas une solution. Après quatre mois à Berlin, « c’est juste maintenant que ça commence. Au début c’était une période de découverte. » Prendre son mal en patience, tous s’accordent sur ce point. A condition de ne pas rester les bras croisés.
Solution : s’impliquer, s’intéresser
Pour conseiller les futurs Erasmus et leur permettre d’éviter d’être une victime passive du syndrome de l’étudiant étranger, les idées fusent. Premier obstacle à démolir selon Sebastian, la barrière de la langue. « Certains étudiants français à Potsdam ne comprennent rien au cours », déplore-t-il. « C’est une question de volonté. Avec les autres étudiants allemands en Erasmus, on s’obligeait vraiment à discuter en français entre nous. » Qu’en est-il des associations pour les étudiants internationaux ? Dans la bouche de ces expérimentés, elles sont vivement critiquées pour leur « Atmosphère de fête », que ce soit en Allemagne ou en France. Simon insiste pour la création de plus d’ « associations qui organisent des rencontres et discussions entre étudiants locaux et internationaux, pas des soirées dans des clubs où on ne peut pas se parler. » Lui a même fait un premier pas vers les étudiants allemands puisqu’il est maintenant bénévole à la cafétéria des étudiants de l’Institut d’études Nord-Américaines. Il garantit que « même lorsque l’on ne parle pas très bien allemand, les connexions se sont font plus vite quand on cherche à se sociabiliser. »
Certains étudiants connaissaient déjà une personne dans la ville qu’ils ont choisie pour leur séjour. Si ce n’est pas le cas, le Tandem est un moyen de sympathiser avec un(e) étudiant(e) local(e), tout en pratiquant la langue et en découvrant la culture de l’autre (voir article Tandem). Juliette a trouvé un partenaire, mais admet qu’il lui faudrait « plus de rendez-vous ». Car le Tandem n’est efficace que si les deux parties sont motivées à se voir régulièrement.
Faut-il donc au final couper les ponts avec les autres étudiants Erasmus ? Sebastian préconise de « passer un peu moins de temps avec eux », peut-être pour mieux saisir l’opportunité de s’immerger dans le pays d’accueil. Pour sa part, Juliette souligne que l’échange interculturel avec les autres étudiants internationaux fait partie du tableau général de la vie Erasmus. « Je ne vais pas m’en éloigner. » Elise conclut que « chaque Erasmus est différent. Il ne faut pas se poser de questions. Tu fais ta propre expérience toi-même, comme tu veux. »
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