Geisteswissenschaften – der Weg zum Erfolg?

Fast jeder Abiturient hat es schon gehört: Mit einem Geisteswissenschaftsstudium ist es schwer, einen Job zu finden. Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH), die in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag feiert, bietet ebenfalls geisteswissenschaftliche Studiengänge an...

Die DFH nimmt aber nur eine begrenzte Zahl von Studenten auf und bietet eine erhebliche Auslandserfahrung an, die sich in kaum einem Lebenslauf „normaler“ Absolventen, die einen recht gewöhnlichen Studiengang absolviert haben, findet. Aber erleichtert ein solches Studium wirklich die Jobsuche, verglichen mit anderen Geisteswissenschaftlern? Genau diese Frage hat FplusD Thomas Isaak gestellt, der sein Studium an der DFH im Jahr 2004 abgeschlossen hat. Welche Erwartungen hattest Du an ein geisteswissenschaftliches Studium an der DFH? Ich wollte eigentlich Journalistik, interkulturelle Studien oder Medienwissenschaften studieren. Von allem ein wenig habe ich im deutsch-französischen Studiengang 'Europäische Medienkultur' gefunden. Ich fand es praktisch, nach knapp 5 Studienjahren ein Doppeldiplom von zwei Universitäten zu erhalten: Bauhaus Uni Weimar und Université Lyon II. Bist Du durch Dein besonderes Studienprogramm leichter an Deine Wunschpraktika gekommen? Ich denke schon. Der grenzübergreifende Blick meines Studiums hat mit großer Wahrscheinlichkeit die Praktikumsuche erleichtert. Geholfen hat bestimmt auch meine vorherige Erfahrung als Kulturjournalist. Ansonsten hätten sich der Fernsehsender ARTE und das Goethe Institut Montreal sicher nicht für mich entschieden. Welche Vorteile hat Dir das Studium in zwei Ländern beim Berufseinstieg gegenüber Absolventen verschafft, die lediglich ein Auslandssemester gemacht haben? Ein Auslandssemester ist viel zu kurz, um ein Land wirklich kennen zu lernen. Zwei oder mehr Jahre im Ausland hören sich da schon ganz anders an. Auf dem Arbeitsmarkt kann man sich daher viel besser als Kenner zweier Länder verkaufen. Nach meinem Studium habe ich für den französischen Bildungsverband La Ligue de l'Enseignement gearbeitet. Dort hab ich deutsch-französische und europäische Projekte betreut. Da waren Sprach- und  Landeskenntnisse definitiv von Vorteil. Wie sieht Dein Joballtag jetzt aus? Meine interkulturelle Kompetenz konnte ich letztes Jahr unter Beweis stellen: Da habe ich für den Baukonzern VINCI Energies eine dreisprachige Mitarbeiterzeitung koordiniert. Momentan arbeite ich als Kommunikationsreferent im französischen Arbeitsamt. Französisch ist nun zu meiner zweiten Muttersprache geworden.



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