Studienführer Frankreichstudien

Frankophile aufgepasst, wer eine breit gefächerte und interdisziplinäre Ausbildung zum Thema Frankreich sucht, dem sei der Studiengang Frankreichstudien wärmstens empfohlen. Welche Inhalte und Kompetenzen vermittelt werden? FplusD gibt Antworten und macht fit für den deutsch-französischen Arbeitsmarkt.

Das Fach Frankreichstudien bieten deutsche Hochschulen in der Regel als Nebenfach oder im Aufbaustudium an. Im Zuge der Bachelorisierung und Umstellung auf Master sind die Studiengänge bestens gerüstet für den europäischen Wettbewerb. Es wird nicht direkt auf ein konkretes Berufsbild hingearbeitet, es soll vielmehr interkulturelle Kompetenz vermittelt werden. Über 2.000 französische Unternehmen haben eine Niederlassung in Deutschland, das gleiche gilt für 2.000 deutsche Firmen in Frankreich. 500.000 Menschen arbeiten im deutsch-französischen Bereich. Da steckt natürlich Potential, Aussicht auf interessante Arbeitsplätze auf internationalem Parkett. Ein Großteil der Posten bleibt bislang unbesetzt, weil es an gut ausgebildeten Fachkräften mangelt. Wer sich einschreibt, sollte sich natürlich auch darauf einstellen, seinen Lebensmittelpunkt später möglicherweise nach Frankreich zu verlagern. Frankreichstudien sollten bevorzugt mit „harten“ Fächern wie Betriebswirtschaftslehre, Jura, Politik oder Journalistik kombiniert werden, um ein solides Handwerk mitzubringen, auf das sich aufbauen lässt. Auch tummeln sich zahlreiche Romanisten unter den Studierenden. Natürlich stehen auch alle Türen in die Forschung nebst akademischer Karriere weit offen. Zulassungsvoraussetzungen sind häufig der Abiturschnitt bzw. ein vorausgegangener Hochschulabschluss und ein Bewerbungsgespräch während dessen die mündlichen Französischkenntnisse auf dem Prüfstand stehen. Ein Teil der Unterrichtsveranstaltungen findet selbstverständlich in der Fremdsprache statt. Was noch auf dem Stundenplan steht, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Angefangen mit Landeskunde, über Wirtschaftsfranzösisch, Unterschiede der Rechtssysteme, Kulturwissenschaft bis hin zu interkulturellem Management reicht die Themenpalette. Das geht weit über die Romanistik hinaus. Ein obligatorisches Auslandspraktikum spielt häufig eine Schlüsselrolle für den späteren Berufseinstieg der Studierenden. Wer es dem großen Frankreichkenner Ulrich Wickert gleichtun möchte und Spezialist werden will, der sollte sich nach einem Frankreichzentrum in seiner Nähe umhören. So heißen häufig die entsprechenden Hochschulinstitute. Von Saarbrücken bis Berlin, von Leipzig bis Freiburg gehört das Fach in zahlreichen Universitäten zum regulären Angebot, die Titel und Inhalte variieren jedoch häufig von Ort zu Ort. Bonne chance auf dem Weg zum Frankreichwissenschaftler! Wer noch mehr auf einmal möchte, sollte sich gleich für „grenzüberschreitende Studien Deutschland und Frankreich“ einschreiben in Metz/Saarbrücken oder etwa den neuen Master Interkulturelle Deutsch-Französische Studien in Aix/Tübingen belegen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei!



http://www.fplusd.org